Marco Meissner

Vom ersten Moment an, als aus dem Traum vom Hochschulstandort Kronach eine realisierbare Planung wurde, entwickelte sich das Projekt zu dem Zukunftsvorhaben für die Region schlechthin. Junge Leute sollen die Stadt beleben. Gleichzeitig soll der Landkreis als Bildungsregion an Kontur gewinnen. Im Jahr 2020 wurden die organisatorischen und strukturellen Vorbereitungen für das Vorhaben weit vorangetrieben.

Wie der Initiator des Campus-Gedankens, Landtagsabgeordneter Jürgen Baumgärtner (CSU), bereits im Januar angekündigt hatte, nahm das Kommunalunternehmen für die Hochschule seine Arbeit auf. Im Zuge dessen wurden auch umgehend die Verhandlungen über Immobilien für den Campus in die Wege geleitet. Bereits für März hatte Baumgärtner damals die ersten Notartermine angekündigt. Inzwischen sind hier schon viele Fortschritte erzielt worden. Bei einem Ortstermin Ende Mai wurde von Baumgärtner und Landrat Klaus Löffler auf das Investitionsvolumen von 200 Millionen Euro für das Gesamtprojekt hingewiesen. Damals hieß es, dass das Kommunalunternehmen bereits Grundstücke und Gebäude mit einer Gesamtfläche von 12 000 Quadratmetern gekauft habe. Somit seien 8000 Quadratmeter Leerstand in Kronach auf einen Schlag beseitigt worden. "Ich bin überzeugt, dass uns hier etwas richtig Tolles gelingen wird", betonte Löffler. Angesichts der weiteren Entwicklung dürfte sich an dieser Einschätzung nichts geändert haben.

Denn auch hinsichtlich der Inhalte der künftigen Studiengänge kristallisierte sich schnell heraus, dass es zügig vorangeht. Schon im Mai wurde offiziell angekündigt, dass die Hochschule Coburg bereits im Sommersemester 2021 mit einem ersten Studiengang starten wird. Das autonome Fahren steht dabei im Mittelpunkt. Inzwischen wurden die Überlegungen hierzu immer weiter konkretisiert.Wie Vertreter der Hochschule Coburg und des LCC betonen, stehen aber nicht nur innovative Inhalte, sondern auch Unterrichtsformen im Kern des Kronacher Wegs. So versprach Alexander Müller von der Hochschule im Dezember: "Der Studiengang Autonomes Fahren wird nicht nur lehrreich, sondern auch sehr spannend."

Und schließlich wurde auch daran gefeilt, eine Stiftung ins Leben zu rufen. IHK-Vizepräsident Hans Rebhan, der sich ganz maßgeblich in die Realisierung des Hochschulvorhabens einbringt, stellte hierzu fest: "Wir brauchen kluge Köpfe, Ideen und Räumlichkeiten - aber wir brauchen auch Mittel." Und diese sollen nicht nur aus München kommen, wie er im Zuge einer Klausurtagung im Juni unterstrich. Im November wies die Hochschule Coburg dann auf den offiziellen Start des ersten Studiengangs hin. Am 15. März 2021 wird es soweit sein. Weitere Studiengänge sind schon in Aussicht gestellt.