Sechs junge Männer, die sich alle aus der Musikszene kennen, beschließen eine Boyband zu gründen. Sie schlüpfen in Lederhosen und beleben die Volksmusik neu. Ihren Durchbruch schafften sie bei Florian Silbereisen, der sie nicht nur öfter in seinen Sendungen einlädt, sondern auch mit auf Tournee nahm. Vor wenigen Tagen starteten die jungen Männer nun ihre eigene Tour "Geiles Himmelblau", die sie auch nach Bamberg führen wird. Zuvor stand Stefan Raaflaub der Lokalredaktion im Interview Rede und Antwort.

FT: Wie kam es zu eurer Gründung? Ihr seid ja doch zumindest auf den ersten Blick ein zusammengewürfelter Haufen.

Stefan Raaflaub: Irgendwie schon. Wir haben alle eine Musicalausbildung absolviert. Die einen in Wien, die anderen in Hamburg und München. Hier haben wir uns dann schließlich verschiedenen Produktionen kennengelernt. Wir waren somit schon alle gut befreundet bevor wir das Musikprojekt startete.
Die Idee Voxxclub zu gründen kam unseren Manager. Er wollte A-capella-Volksmusik-Gruppe ins Leben rufen und uns gefragt, ob wir da mitmachen wollten.
Im Namen selbst übrigens steckt das lateinische Wort für Stimme. Club hingegen bedeutet für uns schlichtweg Menschen, die zusammen Musik machen. Die beiden X in der Mitte sind nur eine optische Zierde.

In eine Schublade, was die Musikrichtung angeht, kann man euch nicht stecken? Wie würdet Ihr eure Musikrichtung selbst definieren.

Wir nennen unsere Musikrichtung: Volkspop 2.0. Dies ist eine bunte Mischung von Rock über berührende Balladen bis hin zur Klezmer-Musik. Wir wollen uns überhaupt nicht einschränken lassen, sondern picken uns aus den verschiedenen Musikrichtungen Elemente heraus, die uns gefallen. Dabei haben wir großen Spaß.

Ein bisschen geht es bei euch aber auch in die Volksmusik? Darf man sich als junger Mensch zu dieser Art von Musik öffentlich überhaupt bekennen?

Uns ist es ganz wichtig, dass dieser volkstümliche Touch in unseren Liedern immer ein bisschen beibehalten wird. Es gibt verschiedene Möglichkeiten diese volkstümliche Stimmung miteinzubringen. Sei es durch den Dialekt, ein Akkordeon, unsere Texte oder durch unsere Lederhosen und Trachten, die wir uns nicht mehr wegdenken könnten.
Zudem glaube ich, dass mit Andreas Gabalier und Helene Fischer diese Werte auch für junge Leute cool sein können. Und das finden wir und zeigen wir auch. Das funktioniert ganz super und es gibt auch ganz viele junge Leute, die das heut zu Tage cool finden.

Gibt es einen typischen Voxxclub-Fan und wenn ja wie sieht dieser aus?

Unsere Fans sind im Alter von zwei bis 99 Jahren. Auf der letzten Tour zum Beispiel saß in der ersten Reihe eine Familie aus drei Generationen: der kleine Sohn, dessen Mutter und deren Oma. Wir hatten schon Angst, dass die Oma vor lauter Tanzen einen Herzinfarkt bekommt (lacht). Wir wollen Musik für alle Menschen über alle Generationen machen.

Euer großer Durchbruch war bei Florian Silbereisen in einer seiner Fernsehshow. Anschließend seid ihr mit ihm auch auf Tournee gegangen. Welche Erinnerungen habt ihr an die Tournee?

Wir wurden von Anfang ins Team von Florian Silbereisen integriert. Was wir dabei so faszinierend finden, ist diese Offenheit. Wir wurden mit offenen Armen empfangen und es war für uns ein toller Einstieg in die Branche. Es haben sich im Laufe der Zeit ganz tolle Freundschaften zu anderen Künstlern wie DJ Ötzi entwickelt.
Zudem war es für uns künstlerisch eine große Erfahrung, weil wir zusammen mit anderen Künstlern auf der Bühne stehen durften und dabei unser Repertoire darbieten konnten. Wir hatten immer eine Menge Spaß dabei. Auch nach der Show, wo wir noch alle in der Bar zusammengesessen sind. Für uns war dies alles eine unvergessliche Zeit.

Gestartet sei ihr mal mit sechs Mann. Inzwischen macht ihr mit fünf weiter, nachdem Julian Daniel ausgestiegen ist. Warum habt ihr nicht mehr aufgestockt? Denkbar wäre auch eine weibliche Verstärkung gewesen.

Man muss in einer Gruppe immer gemeinsame Interessen, Ziele und Wünsche haben. Eines Tages hatten wir und Daniel dann leider festgestellt, dass dies nicht mehr der Fall ist. Daher ging er seinen und wir unseren Weg.
Warum wir nicht aufgestockt haben? Ich glaube wir sind einfach eine eingespielte und eingeschworene Gruppe, dass es vermutlich schwierig wäre für jemand anderen sich hier perfekt zu integrieren.
Und warum keine Frau? Nun, weil wir auf unserer Tournee gleich vier Mädels mit dabei haben werden....

Worauf dürfen sich eure Fans in Bamberg freuen?
Wir haben natürlich unser neues Album und eine Liveband mit vier Mädels im Gepäck. Wir werden auch selbst zu den Instrumenten greifen und zusammen mit den jungen Frauen musizieren.
Wir werden viel tanzen, viel Party machen und auch wieder einige Überraschungen in unser Programm einbauen, mit denen keiner rechnen wird. Es wird ein buntes Programm und es wird auch für jeden etwas dabei sein.

Das Interview führte Harald Rieger.