"Mache keine halben Sachen, sondern tue es voller Überzeugung, Engagement und Leidenschaft. Nur dann wirst du auch Erfolg haben. Und warte nicht auf den Erfolg, denn er fällt dir nicht in den Schoß." Mit dieser Lebensweisheit hat Adolf Wedel annä-hernd 40 Jahre als geschäftsführender Gesellschafter die Unternehmensgruppe the nature network (Martin Bauer Group, PhytoLab, Finzelberg, Europlant Group) geprägt. Ab Januar 2021 übernimmt Albert Ferstl nun seine Aufgaben, teilt die Firma mit.

Seit Jahrzehnten haben beide Persönlichkeiten die Unternehmensgruppe gestaltet und weiterentwickelt. Adolf Wedel zieht sich von seinen langjährigen aktiven Tätigkeiten als Geschäftsführer zurück und widmet sich seiner neuen Aufgabe als Vorsitzender des Gesellschafterkreises. Sein Einsatz und sein Engagement bleiben dem Unternehmen also erhalten - nur auf eine andere Art und Weise.

Im November 1956 kam Adolf Wedel in Vestenbergsgreuth als zweiter Sohn von Sofie und Hans Wedel auf die Welt. Er genoss seine Kindheit beim Fußballspielen und Fahrradfahren in der "Metropole" Vestenbergsgreuth. Die Arbeit im Betrieb wurde den Brüdern Adolf und Martin in die Wiege gelegt: Schon im Grundschulalter halfen sie auf dem Hof, im Dorf wurden damals Kräuter - besonders die Pfefferminze - angebaut.

Adolf Wedel nutzte bereits als Kind jede Gelegenheit, die Welt zu erkunden. Er begleitete seinen Vater bei vielen Autofahrten, später - als er das Gymnasium besuchte - war er in seinen Ferien auch auf den Geschäftsreisen dabei. Schon in jungen Jahren zeigte er Interesse am Geschäft und am Austausch. Seine Offenheit und seine Vorliebe für Neues prägten sich früh aus.

1977 fing er an, Betriebswirtschaftslehre in Nürnberg zu studieren. Auch hier arbeitete er eng mit der Firma zusammen und schrieb seine Diplomarbeit zum Thema "Produktionsplanung in einem mittelständischen Betrieb" - der Grundstein für seinen späteren Start im Unternehmen. Sein Werdegang bei Martin Bauer begann 1982 in der Produktion, wo er sowohl an den Maschinen als auch in der Arbeitsvorbereitung wertvolle Erfahrungen für seine künftigen Tätigkeiten sammeln konnte. Später übernahm er zudem die Bereiche Technik, EDV, Personal und Verwaltung.

Der Grundstein des Erfolgs

Der Standort Vestenbergsgreuth wuchs in der Folge stetig. Ein schlagkräftiges Team an zuverlässigen Mitarbeitern wurde aufgebaut und bildete das Rückgrat für den Werdegang von Adolf Wedel. Mit dem Ende des Ost-West-Konfliktes im Jahr 1989 kamen für ihn weitere Schwerpunkte hinzu: Das Unternehmen expandierte in die neuen Märkte. Adolf Wedel und ab 1990 auch Albert Ferstl legten mit vielen Reisen nach Osteuropa den Grundstein für den heutigen Erfolg. Helmut Hack, Adolf und Martin Wedel sowie später dann Albert Ferstl und Peter Köhr bildeten ein sehr starkes Team, das die Unternehmensgruppe über viele Jahre leitete. Auch die nächste Generation der Inhaberfamilie ist zwischenzeitlich durch Anne Wedel-Klein und Martin A. Wedel in der Geschäftsleitung vertreten.

Mit Hilfe seiner Empathie, seiner persönlichen Art und seiner respektvollen Haltung konnte er verschiedene Mentalitäten kennenlernen, mit ihnen umgehen und so langfristige Kontakte aufbauen und sie zu persönlichen Beziehungen entwickeln, heißt es in dem Pressebericht. Diese Herangehensweise war es auch, die er innerhalb der Unternehmensgruppe immer vorlebte: Das Interesse und die Wertschätzung für jeden einzelnen Mitarbeiter, die engen Beziehungen zu seinen Kollegen und der große Fokus auf das Zwischenmenschliche haben ihn immer ausgezeichnet. Neben seinem Bestreben, ein attraktiver Arbeitgeber in der Region zu sein, engagiert er sich als Unternehmer und Privatperson sozial, kulturell und sportlich mit vollem Einsatz. Seit Jahrzehnten unterstützt er beispielsweise eng die Laufer Mühle, die Lebenshilfe, die Barmherzigen Brüder. Auch legte er mit seiner Frau Hedi den Grundstein für die Städtepartnerschaft Höchstadt und Krasnogorsk sowie die Schulpartnerschaft der Gymnasien Höchstadt und Opalicha. Er gründete unter anderem einen Sozialfonds für unverschuldet in Not geratene Mitarbeiter und setzt sich ökologisch und sozial entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein - beginnend bei den Regionen und den Mitarbeitern der Lieferanten in deren Ursprungsländern.

Für seine ganzheitliche Verantwortung als Unternehmer, geprägt durch "sein hervorragendes Engagement im kommunalen und regionalen kulturellen und sozialen Bereich sowie seiner Verdienste um die Völkerfreundschaft" hat ihm Bundespräsident Steinmeier im Herbst 2020 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Staatsminister Joachim Herrmann wird es ihm Anfang 2021 überreichen. red