Der Beikheimer Friedhof strahlt ab sofort hell und freundlich. Neue Pflastersteine, ein verbreiteter Weg, eine Glasfront an der Friedhofshalle, Treppen mit einem schicken Geländer - die Baumaßnahmen haben ihm gutgetan. Zufriedene Gesichter sah man deshalb auch bei den Schneckenloher Gemeinderäten, als sie den Friedhof besichtigten. Sie wollten bei dieser Ortsbegehung im Rahmen der Gemeinderatssitzung die durchgeführten Arbeiten durchgehen. Auch Bürgermeister Knut Morgenroth (SPD) gab seine Zustimmung, wies aber noch darauf hin, dass man eine Rasenrampe für den Bagger errichten muss, der es durch die Wegverbreiterung nicht mehr in den unteren Bereich schaffe. Außerdem sollen sechs Thuja-Smaragd-Bäume künftig Schatten spenden.

Die anschließende Sitzung hatte nicht gerade wenig Tagesordnungspunkte, und einer davon war die Errichtung einer Photovoltaik (PV)-Anlage auf dem Dach der neuen Bauhofhalle in Schneckenlohe. "Der Mann mit den Antworten", wie Knut Morgenroth Energieberater Frank Berlips bezeichnete, legte in seinem Power-Point-Vortrag erst einmal die Grundlinien fest.

Er sprach eingangs von einer ungleichmäßigen Verteilung im Sommer und im Winter. Gleich danach machte er eine Rechnung auf: "Kleine Anlagen kosten etwa 1600 Euro pro Kilowatt (kW) und erzeugen in 20 Jahren etwa 20 000 kWh (Kilowattstunden). Damit kostet eine kWh etwa zehn Cent inklusive Betriebskosten. Eine kWh aus dem Netz kostet etwa 27 Cent. Folglich gewinne ich mit jeder kWh, die selbst erzeugt und verbraucht wird, 17 Cent. Hier wird der Spaß auch sinnvoll. Die Einspeisevergütung spielt dabei keine Rolle mehr."

Sein Fazit: "Je mehr direkt vor Ort verbraucht wird, desto wirtschaftlicher wird es." Unter dem Strich wurde anschließend eine Anlage beschlossen, die die ganze Halle bestückt, aber kleiner als 30 kW ist, da man ab 30 kW eine aufwändigere Technik verbauen müsse. Kosten soll das Ganze am Ende rund 52 000 Euro. Sparen soll sie - außer CO2 - auch noch Geld, nämlich 80 000 Euro in 25 Jahren.

Nachgedacht werden müsse außerdem über den Einbau eines Frequenzumrichters, der die Technik optimieren soll. Berlips riet hier aber davon ab, "etwas hoch Akademisches daraus zu machen, denn das macht keinen Sinn." Nachhaken müsse man auch noch bei der so genannten E.ON-Cloud-Lösung, die verspreche, eigenen Solarstrom unbegrenzt zu speichern und 100 Prozent des selbst produzierten Stroms nutzen zu können. Jetzt will man bei E.ON nachfragen, ob die Nutzung auch für eine Gemeinde möglich sei, nicht nur für einen privaten Haushalt. Diese Punkte sollen dann unter anderem in eine Wirtschaftlichkeitsberechnung einfließen.

Schäden am Hochbehälter

Schadhaft sind in Schneckenlohe sowohl der Oberflächenwasserkanal, als auch der Hochbehälter der Wasserversorgung. Am Oberflächenwasserkanal gäbe es Setzungen und Einbrüche, verschiedenste Schadstellen müsse man prüfen. Dafür will die Gemeinde ein Ingenieurbüro beauftragen. Festgestellt werden soll, ob man die Schadstellen punktuell beseitigen kann, oder ob der komplette Kanal ersetzt werden muss. "Das Thema kommt ganz sicher wieder auf die Tagesordnung", bekräftigte Morgenroth.

Viel besser sah auch der Situationsbericht zum Hochbehälter nicht aus. Hier habe man bereits 2015 Mängel festgestellt. Nun habe man unter anderem ein Angebot für eine neue Treppe eingeholt, denn die wurde ebenfalls bemängelt. Ebenso müsse man die Glasbausteine zumauern, die nicht für ausreichende Sicherheit sorgen würden.

Feuchtigkeit breitet sich aus

Darüber hinaus seien verschiedene Stellen im Rohrkeller durchfeuchtet und das weise eventuell auf Undichtigkeiten hin. Risse gebe es an der Innenseite der Wasserkammer, und die Decke im hinteren Bereich zur linken Kammer habe ebenfalls eine dunkle Stelle. Auch das deute auf Feuchtigkeit hin.

Lösungen soll auch hier ein Fachbüro bringen, welches dann abwägen müsse, ob es günstiger sei, den Hochbehälter zu sanieren oder ob man ihn neu bauen müsse. Eine Erweiterung stehe schon jetzt außer Frage, da die Kapazität nicht mehr ausreiche. Unter den Räten war an der Sitzung aber eher die Tendenz Richtung Neubau spürbar.

Die Bekanntgaben des Bürgermeisters umfassten folgende Punkte: Vergeben worden seien verschiedene Gewerke für das Feuerwehr-Gerätehaus in Beikheim. Genehmigt worden sei die Haushaltssatzung durch die Rechtsaufsicht des Landratsamtes. Morgenroth stellte außerdem den Bauzeitplan für den zweiten Abschnitt des Baugebiets "Roter Hügel" in Beikheim vor. Hier begännen die Arbeiten am kommenden Montag und zögen sich bis Anfang Dezember hin (siehe Infobox).

Der Kindergarten "Arche Noah" wird in der ehemaligen Grundschule einen Raum bekommen. Dafür wäre aber ein Antrag auf Nutzungsänderung nötig. Morgenroth sah hier aber keine größeren Komplikationen, da es nur wenig Punkte wären, die man dabei beachten müsse. "Der Aufwand hält sich sehr in Grenzen. Das Ingenieurbüro muss nur noch den Antrag stellen und das Verfahren sollte so schnell als möglich über die Bühne gehen."

Die Bürgersprechstunde müsse bis zum Kirchweihmontag entfallen, denn die Kirchweih finde statt. "Unter Corona-Bedingungen", räumte Morgenroth ein und wies darauf hin, "dass unsere Gastronomie es uns dank eines Hygienekonzepts ermöglicht, das kulinarische Angebot an Kirchweihspeisen zu genießen." Auch die Kirchweihmusikanten würden spielen und die Gottesdienste zu den gewohnten Zeiten stattfinden.