Marco Meissner Noch herrschen Plusgrade. Die Sonne schafft es immer wieder mal durch die herbstliche Wolkendecke. Ein trügerischer Friede für Autofahrer, wie der Kronacher Fahrlehrer Dominik Schmidt von der Fahrschule Janke weiß. Denn Fahrer, die ihren Schalter zu spät auf Winterbetrieb umstellen, können bei plötzlicher Kälte, Eis und Schnee schnell eine böse Überraschung erleben.

Winterreifen mit M+S-Kennung - möglichst nicht älter als fünf Jahre, mit ordentlichem Profil (Minimum 1,6 Millimeter) und etwas mehr Luftdruck als im Sommer üblich - sollten so langsam aufgezogen werden. Das Überprüfen der Batterien und Dichtungen sowie das Auffüllen von Kühl- und Scheibenflüssigkeiten, sind ein Muss, wie Schmidt unterstreicht. Aber nicht nur das Auto sollte für die kalte Jahreszeit angepasst werden (siehe Artikel unten), sondern auch das Fahrverhalten.

Das geht schon vor dem Einsteigen los. "Gerade auf längeren Fahrten, bei Salz und Dreck auf der Scheibe, besteht das Problem des Verschmierens. Das birgt eine Blendgefahr", weist der Fahrlehrer darauf hin, dass die Scheibe gut gereinigt werden muss. Das trifft auch für den restlichen Wagen zu, wenn sich darauf Eis und Schnee angesammelt haben. Denn wenn diese auf die Straße fallen, drohen Unfälle.

Den Motor warm werden lassen

Vor dem Anschnallen gilt: Runter mit den dicken Jacken - auch auf dem Kindersitz. Sonst könnte es mit einem nicht eng genug am Körper anliegenden Gurt Probleme geben.

Geht's dann los, rät Schmidt von einem Bleifuß dringend ab: "Man sollte die Drehzahlen erstmal gering halten und Kurzstrecken vermeiden." Er begründet dies mit dem bei Kälte zähflüssigeren Öl. Bis es sich schützend über die Verschleißteile legt, brauche es eine gewisse Zeit.

Am Steuer gilt zudem: "Vorausschauend fahren. So kann oft ein starkes Bremsen oder abruptes Ausweichen verhindert werden." Auch das reduziert die Unfallgefahr. Wie Schmidt weiter erklärt, sollten Abstände vergrößert, das Bremsen gefühlvoll und frühzeitig begonnen sowie deutlich gefahren werden. Dadurch könnten sich andere Verkehrsteilnehmer besser auf die Situation einstellen.

Anfängern rät er, für die ersten Winterausflüge einen routinierten Beifahrer mitzunehmen. Auch ein Sicherheitstraining, zum Beispiel beim ADAC, kann hilfreich sein. Und den Fahrern eines vermeintlich sicheren Allradfahrzeug gibt er ebenfalls einen Tipp: Diese Fahrzeuge seien im Winter zwar wirklich sicherer, "aber das Bremsverhalten ist wie bei jedem anderen Wagen auch".

Wie ist es aber um diejenigen bestellt, die mit dem Fahrschulbesuch gerade in die Übergangszeit fallen? Sollten sie bewusst bei Eis und Schnee das Fahren lernen oder doch lieber eine möglicherweise problemfreiere Zeit im Herbst oder Frühjahr wählen? "Extra darauf warten würde ich nicht", stellt Schmidt zu den winterlichen Verhältnissen fest. "Aber wenn die Möglichkeit zur Fahrausbildung eh in diese Zeit fällt, ist es sinnvoll, mit einem Fahrlehrer zu üben." Einen besseren Beifahrer für die ersten Winterfahrten kann sich ein Fahranfänger schließlich kaum wünschen.