Johannes Heppner hat seine Fotografenausbildung bei der Neustadter Firma Greinerstudios mit Bravour absolviert. Seine Gesellenarbeit "Faszination Insekten; Ketchupflaschen ins rechte Licht rücken und Pflanzen in einer Lampe" brachte dem 22-Jährigen den Titel des bayerischen Landessiegers 2019 ein. Sein Ausbildungsbetrieb ist stolz auf ihn. Firmenchef Arno Greiner bekam bei der Laudatio der Handwerkskammer (HWK) Oberfranken eine Gänsehaut, denn auch die Neustadter Firma als Ausbilder wurde gewürdigt.

"Mit der Freiheit der digitalen Fotografie können wir Räume schaffen, die es noch gar nicht gibt, ganz nach den Wünschen der Kunden", erklärt der frisch gekürte Landessieger des diesjährigen Leistungswettbewerbs des Deutschen Handwerks, Johannes Heppner. Allerdings sollte man das Wissen um die Materie besitzen, das der junge Fotograf in seiner Lehrzeit erwarb.

Am Mittwoch besuchten HWK-Präsident Thomas Zimmer, HWK-Geschäftsführer Rainer Beck und Kreishandwerksmeister Jens Beland den oberfränkischen Arbeitgeber in der bayerischen Puppenstadt Neustadt, um den Landessieger und den Ausbildungsbetrieb zu würdigen. "Denn es gehören Zwei zu einem Landessieger: der junge Mensch und sein Arbeitgeber, der Lehrmeister", sagte Zimmer anerkennend.

"Ich komme aus einem ganz kleinen Dorf. Da gab es nicht so viele Möglichkeiten für Hobbys. Also bekam ich einen Fotoapparat geschenkt und bin als Kind losgezogen und habe fotografiert", erinnert sich Heppner. Nach der Schulzeit machte er sein faszinierendes Hobby zum Beruf und fand bei den Greinerstudios einen Ausbildungsplatz. Seit September hat Firmenchef Arno Greiner mit Heppner nun einen weiteren Gesellen im Mitarbeiterteam.

Seit 1939 seien in der Firma, die seit 1890 existiere, viele Handwerksleute ausgebildet worden, sagte HWK-Präsident Zimmer. Er würdigte die jahrzehntelange Geschichte der Greinerstudios mit Sohn Philipp in der fünften Generation.

Der Leistungswettbewerb

In circa 130 verschiedenen Berufen erfolge jedes Jahr ein bundesweiter Leistungswettbewerb. Damit könnten begabte Handwerker, die das 27. Lebensjahr noch nicht überschritten haben, sich mit Kollegen ihrer Handwerksdisziplin messen, erklärte Zimmer. Rund 3000 Teilnehmer durchliefen dabei vier Stufen, angefangen mit der Innungsebene und dann weiter auf der Kammerebene (Oberfranken). Die Erstplatzierten dürften ihr Können dann auf Landesebene (Bayern) und zuletzt auf Bundesebene beweisen.

Neben der Altersgrenze gelte für die Teilnehmer, dass sie den praktischen Teil der Gesellenprüfung mindestens mit der Note "gut" abgeschossen haben müssen. Neun oberfränkische Nachwuchshandwerker hätten sich in diesem Jahr auf Landesebene durchgesetzt und seien nun in ihrem Gewerk die besten bayerischen Gesellen.

Zweite Bürgermeisterin Elke Protzmann zeigte sich von der Würdigung der HWK beeindruckt. Es mache sie stolz, dass das Familienunternehmen Greiner mit der Rasanz der Technik seit Jahrzehnten klargekommen sei. "In diesem Metier gibt es ständige Änderungen. Dabei am Ball zu bleiben, dies zu beherrschen und zu bewältigen, ist eine fantastische Angelegenheit", gratulierte Protzmann.

Rainer Mattern, Vertreter des Landrats, gratulierte im Namen des Landkreises Coburg.

Bei einem Rundgang durch die Fotostudios gewährte Hausherr Greiner einen kleinen Einblick in die Arbeit und Produktion des Industriebetriebs, den Arno Greiner 1991 von Vater Robert übernahm. mvn