Wird es abends dunkel und ist der Himmel wolkenfrei, fangen die Sterne an zu funkeln, wirken wie kleine Diamanten auf schwarzem Samt. Dabei leuchten die Sterne immer, selbst tagsüber. Allerdings werden sie da von der viel helleren und der Erde näheren Sonne überstrahlt. Je weniger Licht in der Umgebung ist, desto mehr Sterne sind zu sehen. Daher sind in Städten und Dörfern, überall dort, wo Straßenbeleuchtung, Reklame und andere Lampen leuchten, auch viel weniger Sterne zu sehen als weit draußen. Inzwischen wird das nächtliche Lichtermeer sogar als Lichtverschmutzung bezeichnet, erklärt Elisabeth Krause, Fraktionsvorsitzende der Kreistagsfraktion für Bündnis 90/ Die Grünen . Sie hat einen Antrag auf Einrichtung eines "Sternenparks Fränkische Schweiz" beim Landrat Hermann Ulm ( CSU ) gestellt.

Immerhin sei gerade die Fränkische Schweiz ein Gebiet mit vergleichsweise geringer Lichtverschmutzung. Ein Sternenpark würde daher positive Effekte für die Gesundheit der dort lebenden Menschen, für die Artenvielfalt, aber auch das Klima, den Tourismus und damit die kommunalen Finanzen haben.

Nächtliche Beleuchtung nimmt zu

Nach einer vor drei Jahren veröffentlichten Studie des Deutschen Geo-Forschungszentrums (GFZ) nimmt die nächtliche Beleuchtung in Bayern jährlich um drei bis vier Prozent zu. Darunter leiden nicht nur die nachtaktiven Tiere, die damit in ihrer Orientierung und ihrem Rhythmus gestört werden, sondern auch die tagaktiven Organismen, zu denen schließlich auch der Mensch gehört. Je mehr die Gebäude und Ortschaften von künstlicher Beleuchtung erhellt würden, desto größer sei der Anteil, den die Lichtverschmutzung am Vogel- und Insektensterben habe.

Wird die Fränkische Schweiz zum Sternenpark, muss sie dafür eine Zertifizierung der International Dark Sky Association (IDA) bekommen. Damit wäre sie als Kulturerbe und herausragendes Gebiet für wissenschaftliche, natürliche, lehrende und öffentliche Nutzung klassifiziert. Gerade im Kernbereich muss der Nachthimmel dafür dunkel sein und darf eine gewisse Helligkeit nicht überschreiten. So legen es die Richtlinien der IDA fest.

In der Rhön, der Eifel und dem brandenburgischen Westhavelland gibt es bereits drei Sternenparks. Die Fränkische Schweiz könnte damit der vierte Sternenpark hierzulande und zusätzlicher Anziehungspunkt für Touristen werden.

Da es bereits zahlreiche Projekte wie die Sternwarte Ebermannstadt , den Planetenwanderweg, aber auch das Fledermauszentrum und Fledermausmonitoring gibt, wären Synergien denkbar, ist sich Elisabeth Krause sicher.