„Die Stadt Ebermannstadt war damals in einer extrem angespannten finanziellen Lage, so dass die Rechtsaufsicht den Haushalt nur genehmigte, wenn alle Einnahmemöglichkeiten ausgeschöpft würden“, erklärt Holger Strehl, Pressesprecher des Landratsamtes Forchheim. Er erläutert weiter: „Da die Stadt keine Ausbaubeitragssatzung hatte, fehlten alle Beitragseinnahmen unter anderem aus den Maßnahmen der Altstadtsanierung .“
Nach der damaligen Rechtslage seien die Gemeinden „grundsätzlich verpflichtet“ gewesen, Straßenausbaubeiträge zu erheben. Daher forderte die Rechtsaufsicht den Erlass der Ausbaubeitragssatzung und die Abrechnung der Ausbaumaßnahmen.
Der Stadtrat von Ebermannstadt sah sich somit im Januar 2015 gezwungen, eine Satzung über die Erhebung von Beiträgen zur Deckung des Aufwands für die Herstellung oder Erneuerung von Straßen, Wegen, Plätzen, Parkplätzen, Grünanlagen und Kinderspielplätzen zu beschließen. „Die Initiative zur Abschaffung der Straßenausbaubeiträge ging dann auf gesamtbayerischer Ebene von den Freien Wählern aus“, erklärt Strehl.
Der lange Kampf des Bürgerforums
Nicht nur der Wirtschaftsminister, auch das Bürgerforum Ebermannstadt sieht sich „in seinem langen Kampf gegen die Erhebung von Straßenausbaubeiträgen durch die Stadt Ebermannstadt bestätigt“, wie Thomas Dorscht in einer Pressemitteilung schreibt. Seiner Ansicht nach hatte Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) „die ,Strabs’ trotz der bei Durchführung der Altstadtsanierung in den 90er Jahren gegenteiligen Versicherung der damaligen Stadtregierung mit enormem Druck auf Stadtrat und Öffentlichkeit durchgepeitscht, weshalb der Stadtrat die Satzung mit nur knapper Mehrheit beschlossen hatte“. Das Bürgerforum, das sich „allein zum Zweck der Bekämpfung der ungerechten Stadtpolitik“ gegründet habe, sei nun mit drei Räten im Stadtrat vertreten. Einer davon ist der Bürgermeister aus den 90er Jahren.
Kompensation benötigt
Bürgermeisterin Christiane Meyer sieht die Aufgabe der Stadträte nicht darin, den Bürgern zu erzählen, was sie wollen, sondern zu sagen, was Sache ist: „Wir sind die Exekutive und mussten diese Satzung erlassen.“ Allerdings sieht sie nach Abschaffung der „Strabs“ das Problem, wie die Stadt Straßenbaumaßnahmen finanzieren soll. Eine Möglichkeit wäre die Erhöhung der Grund- oder der Gewerbesteuer. „Wir können nur immer darauf hinweisen, dass wir eine Kompensation brauchen“, erklärt Meyer. Zum Bürgerforum sagt sie, dass dessen Stadträte nun die Aufgabe hätten, den Menschen die Entscheidungen des Stadtrates zu erklären. Negative Aussagen würden dazu führen, dass Lokalpolitik immer weniger attraktiv werde. „Und das finde ich schade“, meint die Bürgermeisterin.
Neu ja, um künftig die Straßenbaumaßnahmen zu finanzieren, wird die Stadt die Grundsteuer erheben.
Ich erinnere dazu an die Erhöhung der Abwasserbeiträge ab 2022. Diese erhöhte man über 100 Prozent.
So einfach macht man das in Ebermannstadt.
Dass die Lokalpolitik immer mehr monoton (phantasielos) wird ist bei solchen Handlungen kein Wunder. Bei der Betrachtung der Administration, Stadtverwaltung, ist der Eindruck an deren Inkompetenz unübersehbar!