Mitte August erreichte den Adelsdorfer Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) eine Einladung des Deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und seines italienischen Kollegen Sergio Mattarella.

Fischkal war vom Bundespräsidenten zu einem Besuch nach Italien geladen, um zusammen mit Staatspräsident Sergio Mattarella die deutsch-italienische Verbundenheit in den momentan schwierigen Zeiten zu stärken. Gemeinsam wollten sich beide Präsidenten im Austausch mit deutschen und italienischen Bürgermeistern einen persönlichen Eindruck von der engen Zusammenarbeit verschiedener Partnerstädte verschaffen, auch vor dem Hintergrund der aktuellen Covid-19-Pandemie, stand in der Einladung zu lesen. Auch sollte dem Netzwerk von Partnerschaften ein neuer Impuls verliehen werden.

Dies sei eine große Auszeichnung für Adelsdorf, meint Bürgermeister Fischkal, denn es gebe mehr als 400 deutsch-italienische Partnerschaften, die zum europäischen Zusammenhalt beitragen.

Warum gerade Adelsdorf und Uggiate Trevano dabei sind, ist für Fischkal leicht erklärt: Die Partnerschaft zwischen den beiden Kommunen besteht seit 23 Jahren und beide Partner sind nach Meinung des Generalkonsuls der Bundesrepublik, Claus Robert Krumrei, sehr lebendige, aktive Gemeinden in Sachen Partnerschaft - nicht nur auf dem Papier.

Adelsdorf sei gerade in Coronazeiten sehr besorgt um die italienischen Freunde gewesen. Fischkal erkundigte sich in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen nach den Problemen in Uggiate Trevano (der FT berichtete) und bot Hilfe an. "Die Bilder aus der Lombardei haben uns seinerzeit große Angst gemacht und wir sorgten uns sehr um unsere Freunde in Uggiate Trevano", so Fischkal im Gespräch mit dem Bundespräsidenten.

Natürlich empfand es Adelsdorfs Bürgermeister als große Ehre, in Mailand dabei zu sein. Wegen Corona war die Teilnehmerzahl stark beschränkt, gerne hätte er noch aktive Wegbegleiter der Partnerschaft mitgenommen. Er ist seit zwölf Jahren im Amt und hat eine schon gut funktionierende, lebendige Partnerschaft übernommen. Es gab Gruppenreisen, Schüler- und Studentenaustausche. Die Italiener lernten fränkisches Bier kennen und lieben, sie besuchten die Schlossweihnacht und die Adelsdorfer richteten fränkische Bierfeste in Uggiate Trevano aus.

Vorstellung im Palazzo Reale

Mit einer Maschine der Luftwaffe flogen die deutschen Bürgermeister aus Adelsdorf, Garmisch-Partenkirchen und Münster, sowie Noshua Aubel für den OB aus Potsdam und Ralph Spiegler (Präsident Städte- und Gemeindebund) zusammen mit Vertretern aus Kultur und Medizin mit Steinmeier nach Italien.

Fischkal wurde Steinmeier und Mattarella im Palazzo Reale vorgestellt und man plauderte über die hervorragend funktionierende Partnerschaft. Es ging aber auch um weitere Themen wie Energie, Medizin, Kunst, Soziologie - einfach um das, was die beiden Länder verbindet. Für den Adelsdorfer Bürgermeister ein Nachmittag voller Gespräche und Ideen. Die beiden Präsidenten betonten, dass eine Partnerschaft gepflegt werden müsse. "Wir müssen die Beziehungen zu Italien vertiefen und ausbauen", so Steinmeier.

Ihm ging es bei diesem Besuch besonders auch um die Anteilnahme für die an Covid-19 verstorbenen Menschen und deren Angehörige. Er wollte Solidarität zeigen, nicht nur in der Krise zusammenzustehen, sondern auch gemeinsam einen Weg aus der Krise zu finden.

Die Präsidenten kamen nicht nur mit Bürgermeistern, sondern auch mit Ärzten und Pflegern zusammen. Der Bundespräsident rief dazu auf, die deutsch-italienischen Partnerschaften weiter zu vertiefen und beide Präsidenten kündigten an, mit insgesamt 200 000 Euro die Kategorien Innovation, Kultur, Jugend und sozialer Zusammenhalt zu fördern.

Der Abend in der Mailänder Scala mit der Aufführung von Beethovens 9. Sinfonie, deren Finalsatz mit der "Ode an die Freude" am 9. Juli 1971 vom Europarat zur offiziellen Europahymne erkoren wurde, und auch der Besuch von Da Vinci's "Cenacolo" (Letztes Abendmahl) waren der krönende Abschluss eines ereignisreichen Besuchs - nicht nur für den Adelsdorfer Bürgermeister.