Das internationale Figurentheaterfestival Erlangen, Nürnberg, Fürth, Schwabach ist eines der wichtigsten Festivals Europas für zeitgenössisches Figuren-, Bilder- und Objekttheater an der Schnittstelle zu Tanz, Performance-Kunst und neuen Medien. Es findet vom 19. bis 28. Mai zum 20. Mal statt. 70 Kompagnien aus 21 Ländern präsentieren ihre Arbeiten in über 130 Vorstellungen im Städtegroßraum. Vorverkaufsstart ist am Samstag, 22. April.
Dieses Festival stellt, so die Pressemitteilung der Veranstalter, "seit Jahren die Grenzen gängiger Genretraditionen in Frage und forciert die künstlerische Begegnung unterschiedlicher Sparten ebenso wie das Aufeinandertreffen verschiedener Sichtweisen und Sehgewohnheiten".
Über 20 000 Besucher werden wieder in den zahlreichen Spielstätten des Vier-Städte-Festivals erwartet. In Erlangen, Nürnberg und Fürth wird gleichzeitig fulminant eröffnet: Während sich in Erlangen der weltweit gefeierte französische Theatermagier Philippe Quesne in "Die Nacht der Maulwürfe" in eine allegorische Unterwelt gräbt und der junge britische Performancekünstler Tim Spooner den Gesetzmäßigkeiten der Physik auf den Grund geht, beschäftigt sich die österreichische Tanzkompagnie Liquid Loft in Nürnberg in "Foreign Tongues" mit der Vielstimmigkeit und Vielsprachigkeit des urbanen Lebens und die vielfach ausgezeichnete Tänzerin und Choreografin Antje Pfundtner mit der Faszination des Verschwindens. Knallig, schamlos und bisweilen brutal adaptiert das Puppentheater Magdeburg in Fürth zur Eröffnung den Film "M - eine Stadt sucht einen Mörder" für die Bühne, danach inszeniert der israelische Puppenspieler Ariel Doron mit handelsüblichem Kinderspielzeug die Dimensionen des realen Kriegs. Zu den Höhepunkten des Programms gehören unter anderem: Die bildgewaltige Hommage der Compagnie 111 und ihres Regisseurs Aurélien Bory an die japanische Tänzerin Kaori Ito, die sich in 5000 von der Decke herabhängenden Schnüren verliert, die Koproduktion mit der Needcompany "Forever", einer sinnlichen wie fragilen Bühneninstallation von Grace Ellen Barkey und Lot Lemm, Gisèle Viennes mit dem Puppentheater Halle imaginierte Rekonstruktion des Welt-Jahrestreffens der Bauchredner in Kentucky und der Meister der "Neuen Magie" Etienne Saglio. Zum Lutherjahr inszeniert die Bühne Cipolla Heinrich Kleists Erzählung vom revoltierenden Pferdehändler Michael Kohlhaas.
Mit 25 Aufführungen nimmt das Kindertheater wieder eine wichtige Rolle ein. Auf www.figurentheaterfestival.de stehen weitere Programminfos. red