Für Aufruhr sorgten die kürzlich veröffentlichten Pläne des Radiosenders Bayern 1, künftig völlig auf Blasmusik verzichten zu wollen und den Freistaat nur noch mit Pop und Schlager zu beschallen. Nicht nur die Hörer älteren Semesters sehen sich durch diese Ankündigung gegängelt: Vor allem in den Kreisen der Musikvereine, die sich ja vorwiegend aus Musikern mit Blechblasinstrumenten rekrutieren, sorgte die Meldung für Unverständnis.
Auch Renate und Emil Zachlod aus Buckenhofen, die beide im örtlichen Musikverein Tuba spielen, finden, dass der öffentlich-rechtliche Äther seiner Tradition folgen sollte, wie die derzeit pausierende Tubistin sagt: "Es sind ja ohnehin nur noch wenige Rubriken gewesen, in denen dann Blas- oder auch Marschmusik im Radio kam. Mein Mann hörte da gerne zu. So aber entsteht der Eindruck, Blechmusik ist out, und langfristig gesehen kann sich das auch negativ auf den Nachwuchs auswirken."
Welches Schicksal den dann nicht mehr benötigten Trompeten und messingfarbenen Hörnern droht, zeigt eine ausrangierte Tuba der Zachlods. Nachbar Roland Knauer fertigte mit geschickten Händen einen Rundtisch für Stehpartys - und das sogar auf Rollen und mit Beleuchtung. Da macht es doch gleich doppelt Spaß, die Krüge zu heben und anzustoßen - aber wer spielt dazu dann das Prosit der Gemütlichkeit?