Dass die FDP Coburg die geplante Erhöhung der Gebühren für falsch hält, machte ihr Vorstandsmitglied Ulrich Herbert bereits in einem Brief ans Tageblatt deutlich: Eine Erhöhung der Parkgebühren um 20 Cent pro Stunde schade vor allem dem Einzelhandel, meint Herbert. Der sei durch Corona und die Pandemiebestimmungen aber schon genug gebeutelt.

Die Stadtratsglieder der Coburger FDP legen nun nach: Die ab 1. Januar geplante Gebührenerhöhung solle für ein Jahr ausgesetzt werden, heißt es in einem Antrag zur Sitzung des Stadtrats nächste Woche: Die Stadt als Eigentümerin solle ihrer Tochter Wohnbau Stadt Coburg GmbH (WSCO) die entsprechende Anweisung erteilen. Außerdem solle der Stadtrat beschließen: "Etwaige finanzielle Verluste trägt die Stadt Coburg."

Vor einem Monat hatte Christian Meyer, Geschäftsführer von WSCO und der damit verbundenen Stadtentwicklungsgesellschaft, angekündigt, dass die Parkgebühren an Werktagen erhöht werden: Von 1,20 auf 1,40 Euro je Stunde beziehungsweise von 50 auf 70 Cent für die erste halbe Stunde. Die kostenlose erste halbe Stunde am Nachmittag im Parkhaus Post soll künftig entfallen - sie habe ohnehin keinen Effekt für den innerstädtischen Handel, sagte Meyer zur Begründung.

Die Corona-bedingten Lockdowns hatten dazu geführt, dass 2020 und 2021 die Parkhäuser weniger genutzt wurden - die Belegung war zum Beispiel im Januar 2021 fast 75 Prozent geringer als im Januar 2018. Entsprechend sanken auch die Einnahmen. Eine GmbH müsse in einem solchen Fall reagieren, sagte Meyer.

"Die höheren Parkgebühren werden potenzielle Kunden weiter abschrecken und veranlassen, vermehrt in Großmärkten auf der Grünen Wiese mit vielen kostenfreien Parkplätzen einzukaufen", meint dagegen FDP-Stadtrat Michael Zimmermann. Städte wie Kronach oder Lichtenfels würden dagegen versuchen, Kunden durch die Bereitstellung von günstigem Parkraum anzulocken. Außerdem sei die niedrigere Parkhausbelegung durch Corona bedingt. Da solle man die Kunden, die auch nach Corona wieder die Innenstadt bevölkern sollen, nicht durch erhöhte Gebühren zusätzlich abschrecken, argumentiert Zimmermann. sb