Auf Gehirnjogging setzt Silvia Bessler, die Sprecherin des Vorbereitungsteams für die fünfte Auflage von Blätterwald. Sie präsentierte ein Rätsel, ehe das Team das Programm der Veranstaltungsreihe im November vorstellte. Die Verbindung der drei Stichworte "Leipzig, Forchheim, Leipzig" galt es zu erraten.
Die erste Auflösung: Dem Blätterwald-Team ist es gelungen, zwei Preisträger der Leipziger Buchmesse nach Forchheim zu holen. Und zwar Guntram Vesper, der die Auszeichnung 2016 für seinen Roman "Nördlich der Liebe und südlich des Hasses" erhielt.


Vor 50 Jahren

Vesper wird am Mitwoch, 8. November, im Resengörg-Saal in Ebermannstadt lesen. Das Thema des Abends ist die Literaten-Gruppe 47, bei deren letzter Veranstaltung vor 50 Jahren just Vesper las. Werden Toni Eckert, Georg Körfgen und Zeitzeuge Peter Thürl rückblickend agieren, führt Vesper anschließend die Leser ins Hier und Heute.
Natascha Wodin erhielt in diesem Jahr den Leipziger Buchpreis für die Aufarbeitung ihrer Familiengeschichte in Romanform. "Sie kam aus Mariupol" schildert die Suche nach den Wurzeln ihrer Mutter, die als junge Frau aus der ukrainischen Stadt als Zwangsarbeiterin mit ihrem Mann Nikolai nach Deutschland, genauer: nach Leipzig verschleppt wurde. Nach Kriegsende landeten sie im DP-Lager Nürnberg und bald darauf über Fürth in Forchheim. Ihre Leidenserfahrung hat die Mutter mit ins Grab genommen und bei der damals zehnjährigen Tochter nur ein diffuses Bild ihres Lebenswegs hinterlassen.
Auch das ergibt die zweite Auflösung der drei Stichworte. "Ich habe Wodin vor Jahren bei einer Lesung aus ihrem Buch ,Die gläserne Stadt' erlebt", schildert Buchhändlerin Marion Schmidt ihre erste Begegnung. Kurzerhand fragte sie noch vor der Preisverleihung bei der Autorin an und freut sich, dass diese trotz Preis und damit verbundener Leseanfragen bei ihrer Zusage blieb.


Natascha Wodin liest

Beeindruckte Schmidt schon damals die Aufarbeitung des Themas Nachkriegszeit, setzt sie nun umso mehr auf die Aktualität eines Zwangsarbeiterschicksals und dessen Auswirkungen auf die nächste Generation. Natascha Wodin liest am Donnerstag, 9. November, in der Stadtbücherei.
"Überraschungsgast" bei Blätterwald ist Axel Hacke, weil der Autor sein Publikum zu überraschen pflegt, was er an dem Abend lesen wird. Aus seinen geschliffenen Kolumnen im Magazin der Süddeutschen Zeitung? Fragt er mit Passagen aus "Die Tage, die ich mit Gott verbrachte" nach dem Sinn des Lebens? Oder greift er zu seinem jüngsten Werk "Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen", das unter anderen Aspekten auch die Sinnfrage nach dem richtigen Leben stellt?
Heiter oder nachdenklich? Oder beides? Hacke liest am Montag, 6. November, in der Sparkasse, dem Hauptsponsor der literarischen Veranstaltungsreihe.


Kulinarische Impressionen

Eine Premiere ist die kulinarische Lesung bei Karnbaum am Mittwoch, 15. November. Die Weingartser Autorin Maria Dries entführt die Zuhörer in eine mörderische Normandie. Sofern ihnen dabei nicht der Bissen im Halse stecken bleibt, können sie an diesem Abend genussvoll Kulinarik mit Literatur und Spannung verbinden. Allerdings sind die Karten schon fast ausverkauft. Bessler hofft, dass kurzfristig ein zusätzlicher Termin zustandekommen kann.
Blätterwald setzt auf Vielfalt. Fränkisch-humorig wird es mit Fitzgerald Kusz und Klaus Brandl am Freitag, 10.November, in der Eggolsheimer Kulturscheune. Dort tritt bei der sonntäglichen Matinee am 12. November um 11 Uhr Andreas Brendt auf, der aus seinem autobiografischen Roman "Boarderlines" über sein Leben als Surfer liest.
Am Samstag, 10. November, erlebt das Junge Theater Forchheim eine Neuauflage der Poetry Slams mit den Gewinnern der früheren Veranstaltungen.
Erst zu Wochenbeginn ist Philipp Möllers neues Buch erschienen. Streitbar stellt der häufige Gast in Talkshows die titelgebende These auf: "Gottlos glücklich - Warum wir ohne Religion besser dran wären". Er liest am Dienstag, 14. November, im Zehntspeicher in Neunkirchen. Soweit nicht anders vermerkt, beginnen alle Lesungen um 19.30 Uhr.
Auch Kindergarten und Schule sind Orte für Literatur. So liest Margit Ruile in der Georg-Hartmann-Realschule in Forchheim aus "Dark Noise". In dem Roman für jede Altersgruppe geht es um eine Bildbearbeitung, die jemanden in den Verdacht des Mordes rückt.
"Monsteralarm" heißt es in der Stadtbücherei in Forchheim, wenn der Illustrator Michael Schober Froggy und seine Kumpane lebendig werden lässt. Ein Schul-Krimi ist es, was Dagmar Geisler eben den Grundschülern in Wiesenthau und Egloffstein präsentieren wird.