Die Stimmung in den Unternehmen im Landkreis Kulmbach ist extrem unterschiedlich ausgeprägt. Das geht aus den Ergebnissen der jüngsten Konjunkturumfrage der IHK für Oberfranken hervor.

Klimaindex steigt

Im Vergleich zum Jahreswechsel hat sich die Stimmung jedoch aufgehellt. Der Konjunkturklimaindex steigt um neun Punkte und liegt jetzt bei 103 Zählern. "Die aktuelle Lage wird oft als schwierig eingestuft, doch beim Blick in die Zukunft macht sich zunehmend Zuversicht breit", so Michael Möschel, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Kulmbach.

Im Frühjahr 2021 bezeichnen 68 Prozent der befragten Unternehmen im Landkreis ihre aktuelle Geschäftslage als gut (30) oder befriedigend (38), 32 Prozent nennen sie nach wie vor schlecht. 82 Prozent rechnen mit einer sich verbessernden (26) oder gleich bleibenden (56) Geschäftslage, 18 Prozent fürchten eine Verschlechterung. Die Investitionsneigung verbessert sich nur leicht, während die Erwartungen an die Beschäftigtenentwicklung deutlich positiver eingeschätzt werden. "Insbesondere die Branchen, die sich im Dauer-Lockdown befinden, brauchen dringend eine Perspektive, wann und wie sie zu mehr Normalität zurückkehren können", so Möschel.

Statements aus der Region

Die Stimmung in den regionalen Firmen ist höchst unterschiedlich und kann über die Kennzahlen der Konjunkturbefragung nur unzureichend abgebildet werden. Daher hier einige Statements zur konjunkturellen Lage in ihrer Branche:

Stefan Soiné, Ireks, Kulmbach: "Die Krise hat unsere Kunden, im Wesentlichen Bäcker und Brauer, vor größte Herausforderungen gestellt. Die Schließung von Gastronomie und Cafés, der Totalausfall von Events und Tourismus ... haben zu massiven Einbrüchen und Strukturverwerfungen geführt. Es wird mindestens bis Mitte 2022 dauern, bis wir uns auf Vorkrisenniveau zurückgekämpft haben."

Barbara Hahn, Autotechnik Hahn, Kulmbach: "Aktuell sind die Wolken nicht mehr ganz so schwarz, das Licht am Ende des Tunnels ist zu sehen, auch beim Kunden steigt die Lust auf Auto wieder etwas an. Insgesamt sind wir verhältnismäßig gut durch die Krise gekommen, da wir neben dem Handel auf unser Werkstattgeschäft zurückgreifen konnten. Aber die Ungewissheit zehrt an den Nerven. Mein Geschäftsleben wird durch die Inzidenz bestimmt."

Alexander Schütz, Gastronom, Wartenfels: "Neben den Staatshilfen in der andauernden Pandemie, wird es für unsere Branche - Tourismus, Hotellerie, Gastronomie - umso wichtiger sein, langfristige Perspektiven für eine wirtschaftliche Zukunft in Aussicht gestellt zu bekommen. Der wichtigste Meilenstein wäre mit Sicherheit, einen dauerhaften Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent auf Speisen und Getränke zu bekommen, wie es bei der Übernachtung der Fall ist. Mit dieser Steuererleichterung kann man dann den aufgelaufenen Investitionsstau auffangen, und darüber hinaus wäre es eine der notwendigen wirtschaftlichen Perspektiven für die Zukunft unserer Branche." red