Zum "Netzentwicklungsplan Strom 2015" informierte Bürgermeister Michael Ziegler (CSU) in der Sitzung des Eltmanner Stadtrats am Mittwoch. Das Gremium war sich einig, dass weitere Stromtrassen das Stadtgebiet nicht berühren sollen - es gibt genug davon.
Die Stadtverwaltung hat die "Projektsteckbriefe" in Augenschein genommen, wie der Bürgermeister berichtete. Aufgrund der sehr breiten Trassenkorridore sei schwer zu sagen, ob Eltmann betroffen wäre. Grundsätzlich gilt für Eltmann, dass die Stadt durch die bestehenden Stromtrassen, die bereits verstärkt wurden, belastet genug ist. Deshalb erklärte die Stadt in einem Schreiben, wie Michael Ziegler informierte, dass "neue Trassen, welche das Gemeindegebiet von Eltmann kreuzen oder tangieren würden, ausdrücklich abgelehnt werden. Es wird darum gebeten, bei der Trassenführung die ohnehin schon belasteten Gemeinden zu verschonen.
Zum endgültig letzten Mal befasste sich der Stadtrat am Mittwochabend mit Stellungnahmen zum Bebauungsplan für das Sondergebiet "ELT-Auen". Dann wurde die Satzung beschlossen, sodass jetzt die Umsetzung des Einzelhandelsprojekts auf dem Gebiet der ehemaligen Kistenfabrik beginnen kann. Märkte sollen dort gebaut werden.
Die Gemeinde Ebelsbach und eine Lebensmittelhändlerkette hatten Einwände gegen die Planung, die auch in der Bevölkerung nicht unumstritten ist. Neu entstehen soll hier ein Edeka-Markt, außerdem wird Aldi von Ebelsbach umziehen - und vermutlich einen Leerstand hinterlassen. Die neuen Märkte entstehen zwar auf Eltmanner Gemarkung, da sie von der Stadt aus jedoch jenseits des Maines liegen, sind sie nicht die Nahversorgung, die die Eltmanner sich eigentlich wünschen. Die jedoch ist nach den Versicherungen von Bürgermeister Michael Ziegler nicht zu realisieren.


In der Stadt selbst ist es zu eng

Eingeklemmt zwischen Main und Steigerwald-Anstieg, gibt es im Stadtgebiet einfach nicht die nötigen großen Flächen, die ein Marktbetreiber heutzutage ansetzt. Das musste Michael Ziegler in vielen Gesprächen mit möglichen Marktbetreibern erfahren. Die Bereinigung der Gewerbebrache in der Mainaue ist aus der Sicht von Bürgermeister und Stadtrat aber auf jeden Fall ein Plus.
Nachdem sich die Stadt Eltmann entschlossen hat, die Müllentsorgung nun in Gänze auf den Landkreis zu übertragen, konnte der Stadtrat auch die Abfallwirschaftssatzung und die Gebührensatzung für die öffentliche Abfallbeseitigung aufheben.
Bei der überörtlichen Rechnungsprüfung wurde bemängelt, dass die Hundesteuersatzung der Stadt in Bezug auf die Fälligkeit der Steuer nicht mehr der aktuellen Rechtsprechung entspricht. Deshalb wurde die Satzung redaktionell angepasst und vom Stadtrat am Mittwoch neu beschlossen. An den wesentlichen Regelungen ändert sich nichts. Die Hundesteuer beläuft sich in Eltmann auf 40 Euro für den ersten, 56 Euro für den zweiten und 75 Euro für jeden weiteren Hund. Kampfhunde kosten 500 Euro. Sonderregelungen oder Befreiungen gibt es für Blinden- und andere Betreuungshunde, für Rettungshunde und Hunde, die Aufgaben bei Hilfsorganisationen erfüllen, sowie für Hütehunde, Jagdhunde und Züchter.


Anregungen der Bürger

In allen Stadtteilen fanden Bürgerversammlungen statt. Die dort protokollierten Anfragen wurden jetzt im Stadtrat behandelt. Einige Punkte, wie die Beleuchtung des "Schleusenwegs" in Limbach, hat bereits der Bauausschuss behandelt, andere stehen für künftige Sitzungen des Bauausschusses auf dem Plan. Eindeutig stellte sich der Stadtrat hinter verschiedene Wünsche auf Tempo-Reduzierungen. In Roßstadt wurde erneut der Ruf nach Wiedereinführung der Tempo-80-Beschränkung auf der Bundesstraße 26 laut.


Fachbehörden bleiben stur

Bürgermeister Michael Ziegler hatte mittlerweile telefoniert und musste dem Stadtrat erneut mitteilen, dass sich die Fachbehörden nach wie vor darauf berufen, dass das Schild "Vorsicht Fußgänger" die weitreichendere Wirkung habe; die Fachbehörden wollen es nicht durch ein 80-Schild ersetzen. Da die Praxis zeigt, dass das Schild die Wirkung definitiv nicht hat und die Polizei auch kostenpflichtige Überprüfungen eingestellt hat, beschloss der Stadtrat nochmals einstimmig, erneut das Tempo-80-Schild zu beantragen.
Den Wunsch aus Dippach auf eine 70-Stundenkilometer-Begrenzung am Anwesen Bauerschmitt unterstützt der Stadtrat, ebenso wie eine Tempo-30-Beschränkung für die gesamte Bischof-Pflaum-Straße in Lembach von Kirchaich her.
Die Diskussion um Geschwindigkeiten nutzte Stadtrat Jens Witthüser für einen Vorstoß zur Mainbrücke Eltmann. Hier wurde nach dem Anbau des Geh- und Radwegs das Ortsschild in Richtung Ebelsbach versetzt - allerdings werde das von vielen Autofahrern übersehen. Man müsse den Fußgängern auf der Brücke die trügerische Sicherheit nehmen und das Schild wieder zurückversetzen, sagte Witthüser. Er plädierte allerdings eher dafür, die Tempobeschränkung besser sichtbar zu machen, etwa durch ein "Smiley-Schild".
In Eltmann hatten Bürger die seit Jahren abgeschaltete Ampelanlage an der Einfahrt in die Zinkengasse angesprochen. Das Straßenbauamt habe ihm zugesichert, die Anlage in den nächsten Wochen abzubauen, berichtete Bürgermeister Ziegler. Das Amt hält die Ampel für überflüssig.
Die Einladung zur Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden" gab der Bürgermeister an die Stadträte und Ortssprecher weiter mit der Bitte, in den Stadtteilen zu diskutieren, ob eine Teilnahme infrage kommt. Der Wettbewerb beginnt 2016 auf Kreisebene, Anmeldeschluss ist 13. Mai. Zuletzt wurde Fatschenbrunn Golddorf im Bezirk und erreichte auf Landesebene einen Sonderpreis.
Ziegler nutzte die Sitzung auch, um aufzuzeigen, welche Kosten für die Breitbanderschließung der Stadtteile entstanden sind. Die Erschließung selbst ist abgeschlossen, wann die Bandbreiten freigeschaltet werden, müsse das Unternehmen mitteilen, so Ziegler. Ein Verfahren führte die Stadt selbst durch. Um Lembach erschließen zu können, gab es eine Kooperation mit der Gemeinde Oberaurach. Insgesamt wurden 897 000 Euro investiert. 690 000 Euro davon wurden durch Fördermittel gedeckt, 219 846 Euro wird die Stadt aus Haushaltsmitteln aufbringen müssen, erfuhr der Stadtrat.


Aktualität ist Pflicht

Mit Dank an die Jugendbeauftragte Jutta Aumüller und die städtischen Bediensteten Daniel Purkert und Daniel Pfister stellte der Bürgermeister die neue Jugendseite im Internet-Auftritt der Stadt vor. Ziel war es, so Aumüller, der Jugend die Vielfalt der Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man in Eltmann seine Freizeit sinnvoll verbringen kann. Direkte Rückmeldungen seien möglich. Die Seite lebe natürlich von der Aktualität, deshalb bat sie alle Stadtratsmitglieder und Anbieter von Jugendarbeit, ihre Angebote aktuell zu melden.