Es ist schon eine Geduldsprobe: Die Temperaturen klettern nach oben und die Sonne strahlt. Aufgrund des Coronavirus musste aber der heißgeliebte Garten viel zu lange auf neue Pflanzen warten. Und mancher Zaun sehnte sich nach einem neuen Anstrich. Besonders in der Stadt der Gärtner und Häcker ist die Einschränkung sicherlich mehr als nur eine Maßgabe.

Doch seit Montagmorgen ist Abhilfe in Sicht: Die Baumärkte in Bayern dürfen unter Auflagen wieder für Privatkunden öffnen. "Sie brauchen einen Einkaufswagen, um Abstand zu halten", erklärt der Sicherheitsmitarbeiter freundlich einem Kunden, der sich in die Schlange von rund 20 Menschen vor dem Hornbach-Baumarkt im Laubanger einreihen möchte. Wer keinen Einkaufschip für den Wagen hat, bekommt einen geschenkt. Auf dem Boden sind Markierungen im Zwei-Meter-Abstand angebracht.

Fürs Erste dürfen 100 Kunden gleichzeitig in den Markt, erklärt der Sicherheitsmitarbeiter. Hat ein Kunde fertig bezahlt, darf ein neuer sich auf zur Einkaufstour machen. Abseits von zwei Metern Abstandhalten gibt es keine weiteren Sicherheitsmaßnahmen innerhalb des Marktes.

Kunden kümmern sich selbst

Für die Sicherheit sorgen die Kunden auch selbst. Egal ob selbstgenäht oder einfache Staubmasken: Einige Menschen in der Warteschlange haben sich bereits mit entsprechendem Schutz dazugesellt. Es herrscht reger Betrieb: Pflanzen, Parkett, Kreissägen, Gartenzäune oder Farben wandern in die Kofferräume und auf die Anhänger der Kunden.

"Bei einem kleinen Einkauf, wenn ich nur eine Dose Farbe möchte, ist der Einkaufswagen etwas lästig", findet ein Mann im mittleren Alter, der noch in der Warteschlange steht. "Ich weiß nicht, ob die Maßnahmen so sinnvoll sind. Man kennt ja schließlich das Risiko, wenn man in die Öffentlichkeit geht", findet dagegen ein junger Kunde.

Ein Rentner hat sich angestellt, um Laminat zu kaufen: "Man wird sich an das Bild gewöhnen müssen." Ansonsten findet er die Maßnahmen sinnvoll. Ein Mann in seinen 40ern hat säckeweise Blumenerde und Gartengeräte ergattert: Jetzt sei die Zeit, was im Garten zu schaffen. Die Maßnahmen seien vom Baumarkt sinnvoll umgesetzt worden. Für den Bamberger ist klar: "Die Gesundheit geht vor."

Wagen werden desinfiziert

Ortswechsel: Stefan steht in der Schlange beim Toom-Baumarkt in der Geisfelder Straße. "Ich finde die Maßnahmen sinnvoll, aber eigentlich hätte die Maskenpflicht in Geschäften schon vor zwei Wochen kommen sollen", findet er. 50 Einkaufswägen stehen hier bereit, was bei zwei Personen pro Wagen maximal 100 Menschen im Markt macht.

Ein Mitarbeiter desinfiziert jedes Mal nach der Rückgabe die Handgriffe des Wagens, um sie wieder fit für den nächsten Kunden zu machen. Das findet auch Albert Schamberg gut: "Der Markt ist gut organisiert, ich habe meine Maske dabei - was will man mehr?", sagt der Bamberger. Auch Jutta Stenglein wirkt überzeugt: "Im Markt gibt es ein Einbahnsystem mit Markierungen, um die Abstände gut einzuhalten."

Positiv sei auch, dass alle Mitarbeiter einen Mundschutz tragen würden. Sie ist bereits mit einer bunten selbstgenähten Maske unterwegs. Keine Selbstverständlichkeit: "Das ist leider noch nicht in allen Geschäften der Fall", erzählt die Pettstädterin mit Blick auf diverse Branchen.