Dort, wo Geschichte geschrieben wurde, im Rhön-Grabfeld-Kreis, absolvierten die MTB-Kids des Turnvereins Redwitz ihr Trainingslager. Dieses wurde nun schon zum 10. Mal in den Sommerferien abgehalten. Quartier hatte die 31-köpfige Truppe im Schullandheim Rappershausen, unmittelbar an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, bezogen.
"Die Unterkunft ist als Radsportzentrum bekannt und wird jährlich für Schulmeisterschaften im Mountainbike genutzt", lässt Trainer und Organisator Martin Paulusch wissen. "Hier ist alles vorhanden, was für eine Trainingswoche gebraucht wird: drei hauseigene MTB-Strecken, eine große Fahrradwerkstatt, Turnhalle, Kraftraum sowie ein Rasen- und Hartplatz". Begleitet wurde die Gruppe von sieben weiteren Betreuern. Am Samstagfrüh um 6 Uhr starteten die Radler Richtung Rappershausen. "Unsere Kleinsten haben wir nicht per Rad mitgenommen. Das wäre zu viel für sie geworden", erklärt Fabian Heinisch, einer der acht Betreuer, die zur Unterstützung dabei waren. Über Mitwitz, Neustadt, Rödental und der Lauterer Höhe wurde am Goldbergsee erste Rast gemacht. Weiter ging es über Meeder, Bad Rodach und Straufhain nach Römhild. Der große Gleichberg musste auf halber Höhe erklommen werden und nach 95 Kilometern und 620 Höhenmetern war um 13 Uhr das Schullandheim erreicht. Nach einer kurzen Pause, dem Einchecken und dem Betten beziehen, wurde mittels einer Dorfrallye die nähere Umgebung erkundet. Nach dem Abendessen konnte sich dann jeder nach Lust und Laune beim Minigolf, Tischtennis oder Fußballspielen austoben.
Für Sonntag stand die erste Tagestour auf dem Programm. Alle waren gespannt, was das "Neuland" so alles zu bieten hatte. In vier Leistungsgruppen ging es ins Gelände und für die "Großen" waren die Gleichberge angesagt. "Die Region ist von der Landwirtschaft geprägt und Singletrails oder Wurzelpfade sind hier absolute Mangelware", erzählt Harald Heinel, als er mit seiner Gruppe von der Ausfahrt zurückkommt. Noch vor dem Abendessen wurden die Räder geputzt und einige technische Probleme beseitigt. Den Abend bestimmten Workshops. Dazu gehörte unter anderem Fahrradschlauch flicken oder einen Schaltzug wechseln.


450 Kilometer zurückgelegt

Am vierten Tag war ein "Fahrrad-Ruhetag" angesagt und das Wetter passte völlig dazu. Während sich die Kleineren mit Lauf- und Koordinationspielen in der Turnhalle beschäftigten, hielten sich die Großen im Kraftraum auf. Danach ging es an die nahe gelegene ehemalige innerdeutsche Grenze.
Mittwoch morgens Regen - also ab in die Turnhalle und in den Kraftraum. "Für Radfahrer ist es ein absolutes Muss auch den Oberkörper zu trainieren. Denn nur so kann die Muskelschlinge richtig funktionieren", erklärt Nicole Paulusch, die eine Ausbildung zum Physiotherapeuten absolviert und die Wichtigkeit dieses Trainings hervorhebt. Trotz leichtem Nieselregens radelten alle am Nachmittag ins circa 25 Kilometer entfernte Ostheim. Am Donnerstag saßen alle zur dritten Tagestour auf dem Rad. Zwischen 40 und 65 Kilometer und bis zu 900 Höhenmeter standen nach der Rückkehr auf dem Tacho. "Auf zur letzten Tagestour" hieß es am Freitag und jede Gruppe suchte sich dafür nochmals die Highlights der Region aus. Bei bestem Radelwetter machte sich die Redwitzer Radsportgruppe auf den Heimweg. Insgesamt legte die Truppe bis zu 450 Kilometer und 4400 Höhenmeter zurück.