Für kollektives Kopfschütteln bis hin zu teilweiser Fassungslosigkeit sorgte im Marktgemeinderat Weisendorf die Vorstellung des Berichtes zur Brandschutztechnischen Sanierung des Schulgebäudes am Reuther Weg 5. Der Marktgemeinderat hatte die Firma HBS Hofmann Brand-Schutz Gesellschaft für Projekte aus Wilhelmsdorf mit der Dokumentation des vorbeugenden baulichen Brandschutzes mit Schwerpunkt auf Leitungsanlagen beauftragt. Im Speziellen die Überprüfung aller Elektro- und Rohrleitungen auf ordnungsgemäßen Verschluss in den Flurwänden und Decken der ehemaligen Mittelschule.

Das Ergebnis, das Thomas Maier vom Büro Valentin Maier aus Höchstadt und Peter Kulig vom gleichnamigen Sachverständigenbüro aus Eckental sowie Kai Hofmann aus Wilhelmsdorf vortrugen, war dann eher ernüchternd, denn das Schulgebäude wurde vor acht Jahren für viel Geld generalsaniert. Allerdings scheint man bei der Abnahme nicht so genau hingeschaut zu haben und die Fachleute haben jetzt erhebliche Mängel entdeckt. Zudem wurde festgestellt, dass für die Grundschulen I und IIB keine Brandschutzkonzepte vorhanden sind und die brandschutztechnischen Infrastrukturen voneinander abweichen, was insbesondere auch die Alarmierung betrifft. Dies habe aber mit der damaligen Sanierung nichts zu tun.

Außerdem sind für die Türen keine Sachkundeabnahmen vorhanden. Bauteile und Durchführungen durch Wände mit Anforderungen an die Branddauer entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik. Zum Teil kann das Brandschutzkonzept aus dem Jahr 2012, das auch bauaufsichtlich genehmigt wurde, zwar beibehalten werden. Handlungsbedarf besteht jedoch zur Verbesserung des vorbeugenden Brandschutzes. Nach einer genauen Prüfung wird festgelegt, ob Brandschutztüren ausgetauscht werden müssen oder umgebaut werden können, wenn sie nicht über die erforderliche Zulassung verfügen.

Ärger mit den Brandschutztüren

Für Kopfschütteln sorgte allerdings, dass bei der Sanierung die Abschottungen über die Brandschutztüren im Flur nicht ordnungsgemäß oder überhaupt nicht ausgeführt wurden. Wie die Sachverständigen erläuterten, gibt es auch bei Durchbrüchen und Leitungsdurchführungen erhebliche Mängel und es bestehe dringender Handlungsbedarf, erklärte Kai Hofmann.

"Vor acht Jahren saniert und jetzt werden erhebliche Mängel festgestellt, das ist grob fahrlässig. Wo war da die Kontrolle?", schimpfte Günther Vogel (BWG-FW). Der Sachverständige konnte den Marktgemeinderat nur unterstützen. Denn nach derartigen Baumaßnahmen gibt es ein Abnahmeprotokoll, das von den Verantwortlichen möglicherweise wider besseren Wissens unterschrieben wurde, ohne mal in die Zwischendecken geschaut zu haben. Dass dringender Handlungsbedarf geboten ist, erklärte auch Bürgermeister Heinrich Süß (UWG). Er will zudem das Gespräch mit den damaligen Planern suchen. "Wir müssen die Sicherheit unserer Kinder deutlich erhöhen", erklärte der Bürgermeister. Er will sich um eine schnelle Kostenschätzung bemühen, damit der Marktgemeinderat in einer der nächsten Sitzungen entscheiden kann.