Auf ein ganz besonderes Jubiläum kann Rainer Sidon stolz sein. Der Sylbacher spielt seit über sechs Jahrzehnten Orgel und ist seit genau 60 Jahren der Organist in der evangelischen Kirchengemeinde Oberhohenried. Im Sonntagsgottesdienst würdigten die Pfarrerin Claudia Winterstein und Walter Appel vom Kirchenvorstand das ehrenamtliche Engagement des 76-Jährigen als "Urgestein" der Kirchengemeinde. Auch Haßfurts Dritter Bürgermeister Berthold Albert überbrachte seine Glückwünsche.

Im Alter von zwölf Jahren begann Rainer Sidon, Orgel zu spielen, und nahm Unterricht. Schon bald durfte der Schüler damals Gottesdienste musikalisch begleiten.

Vier Jahre später, am 3. November 1960, wurde der Kirchenmusiker offiziell als Organist eingeführt und ist seitdem auch Mitglied im Verband evangelischer Kirchenmusiker in Bayern. Seither waren die Orgelklänge Sidons ständig bei Gottesdiensten, Taufen oder Hochzeiten in der Kirche Sankt Michael in Unterhohenried präsent. Aushilfsweise begleitete Rainer Sidon auch in Römershofen die Gottesdienste an der Orgel. Außerdem ist der rüstige Senior seit 50 Jahren im Posaunenchor aktiv, wovon er 40 Jahre das Amt des Leiters innehatte. "Rainer Sidon hat Farbe in die Gemeinde gebracht", sagte Dekanatskantor Matthias Göttemann augenzwinkernd zweideutig, da Sidon auch der Gründer eines Farbenfachgeschäftes in Haßfurt ist. "Du meine Seele Sinne" lautete der Taufspruch des Jubilars, so wie auch ein gleichnamiges Lied, das auf seinen Wunsch von Göttemann bei der Ehrung gespielt wurde.

Instrument aus Thüringen

"Ohne den Rückhalt meiner Familie wäre das nicht möglich gewesen", bedankte sich Rainer Sidon sichtlich gerührt für die lobenden Worte. Auch seine bereits verstorbene Frau, Ute Sidon, hatte sich stark als Leiterin des Kindergottesdienstes und im Kirchenchor engagiert.

Die historische Orgel, an der Rainer Sidon wundervolle Töne hervorzaubert, wurde übrigens bereits im Jahr 1706 in Thüringen gebaut und steht seitdem in der evangelischen Kirche in Unterhohenried. Neben kleineren fortlaufenden Instandsetzungsarbeiten wurde das Kirchenins-trument im Jahr 1961 vorübergehend ausgebaut und zur Generalüberholung zu einer Fachwerkstatt nach Regensburg gebracht. Rainer Sidon erinnert sich noch gut an die Zeit, denn zeitgleich war er damals für einige Wochen an der Kirchenmusikschule in Bayreuth, wo er seine Kenntnisse vertiefte.