und Matthias Einwag

Das Jahr 2020 wird vielen Menschen aufgrund der Corona-Pandemie im Gedächtnis bleiben. Genauso wird es den Gottesdienstbesuchern der beiden Christmetten um 16 und um 19 Uhr am Heiligen Abend in der Basilika Vierzehnheiligen ergangen sein. Keine Autoschlangen und Schwierigkeiten bei der Parkplatzsuche, keine bis auf den letzten Stehplatz besetzte Kirche und kein Gesang durch die Gottesdienstbesucher, wie in den Jahren zuvor. Es herrschte heuer durch die Corona-Bestimmungen eine schon fast familiäre Stimmung in dem großen Gotteshaus.

Doch dieses Weihnachtsfest war anders als alle vorherigen. Die Abstands- und Hygieneregeln durch die Pandemie erforderten es, dass sich die Besucher der Metten vorher im Franziskanerkloster anmeldeten. Jeweils rund 120 Personen waren für die beiden Metten zugelassen, mehr erlaubte das Sicherheitskonzept nicht.

In weitem Abstand zueinander hatten die Gläubigen in der Barockkirche Platz genommen. Bei beiden Metten am Heiligen Abend waren die zugelassenen Plätze nahezu gefüllt. Offenbar hatten es sich jedoch einige Leute, die sich angemeldet hatten, doch noch anders überlegt und waren zu Hause geblieben.

Musikalisch gestalten Basilikaorganist Georg Hagel und die studierte Sängerin Christina Röckelein aus Bamberg die beiden Metten. Weil der Gemeindegesang aus Gründen der Hygiene nicht gestattet war, wurden alle Kirchenlieder von der Sopranistin dargeboten.

Verdunkelte Basilika

Pater Stanislaus Wentowski zelebrierte die Mette am Nachmittag. Umgeben von sieben Ministranten, die sich freiwillig zum Dienst am Heiligen Abend in der Basilika gemeldet hatten, zog der Pater in die Basilika ein. Es war übrigens der erste Gottesdienst nach mehreren Monaten, der wieder mit Ministranten gefeiert werden konnte. "Heute ist uns der Heiland geboren, Christus der Herr", sang der Pater, während er durch die verdunkelte Wallfahrtskirche zog.

Pater Stanislaus ging zunächst auf die wegen der Ausgangssperre vorgezogene 16-Uhr-Christmette ein. "Es ist noch nicht einmal dunkel. Geht da nichts verloren von der Atmosphäre?", stellte er die Frage. "Nein, es geht um das Wesentliche und da dürfte die Tageszeit wohl egal sein. Heute dreht sich alles um den Tag, an dem Gott Mensch wurde, um uns unter die Arme zu greifen und uns den Weg zu zeigen, der aus einer Sackgasse führt", sagte der Franziskanerpater. Er ging auch auf die weltweite Corona-Pandemie ein und sagte: "In Zeiten der Not offenbart sich der Glaube als einziger Schatz."

Organist Georg Hagel begleitete die beiden Christmetten auf der Basilikaorgel in bekannt guter Manier. Er musste allerdings seiner Orgel die etwas leiseren Klänge entlocken, um die für den Gesang zuständige Sängerin Christina Röckelein aus Bamberg nicht zu übertönen. Ein perfektes Zusammenspiel zwischen Orgel und Gesang entzückte dabei die Gläubigen. Mit ihrer engelsgleichen Stimme bezauberte die Bambergerin die Zuhörer, die nicht traurig waren über das allgemein verhängte Gesangsverbot für Gottesdienstbesucher.

Orgelmusik vor der Mette

Georg Hagel spielte - wie alljährlich - vor der Christmette eine halbe Stunde weihnachtlichen Weisen für Orgel und Gesang. Es erklangen Werke von Gabriel Rheinberger, César Franck, Giacomo Caccini, Valtentin Rathgeber und Variationen über französische Weihnachtslieder (Noëls) von Louisa Claude Daquin.

Besonders eindrucksvoll war nach dem feierlichen Schlusssegen das Lied "Stille Nacht, heilige Nacht"; Christina Röckelein trug drei Strophen mit ihrer glockenhellen Stimme vor. Die Christmette am Abend zelebrierte Guardian Dietmar Brüggemann.

Besonders feierlich gesellte sich zum Auszug aus der weihnachtlich illuminierten Basilika das eindrucksvolle Plenum aller Glocken - das heißt: sowohl die fünf historischen, als auch die sechs im Jahre 2019 neu gegossenen Instrumente in den extra dafür hergestellten Glockenstühlen aus massivem Eichenholz erklangen. Im Südturm, dem "Staffelsteiner Turm", läuteten die beiden größten Glocken aus der Bamberger Glockengießerwerkstatt Lotter, und im Nordturm, dem "Lichtenfelser Turm", die neun restlichen Glocken.

Krippe mit wechselnden Motiven

Die liebevoll gestaltete Krippe wird bis Lichtmess zu sehen sein - die Basilika ist frei zugänglich (mit Mund-Nasen-Schutz). Die Krippenszenen wechseln - unter anderem, wenn die drei Könige dazu kommen oder zur Hochzeit von Kanaa. Gestaltet wurde die Krippe von den Mesnern Tobias Hartmann und Daniel Reitz sowie Helfern des Basilikateams.