Den Klima- und Umweltschutz aktiv anzugehen, hat sich der Stadtrat Bad Rodach auf seine Fahnen geschrieben. In der jüngsten Sitzung beschäftigte man sich mit dem Thema Energiewende. Als Fachmann informierte Marco Eschenbach (technischer Leiter Stadtwerke Bad Rodach) die Stadträte zu diesem Thema. Es gab sogar konkrete Vorschläge. Doch diese waren offensichtlich so brisant, dass der Stadtrat diesen Bereich lieber in der nicht öffentlichen Sitzung behandeln wollte.

Als eine "sportliche Aufgabe" bezeichnete er die Vorgabe der Bundesregierung, dass Deutschland bis zum Jahr 2050 " CO2 - neutral" sein soll. Derzeit liege der bundesweite Anteil an erneuerbaren Energien bei 40 Prozent, in der Kurstadt seien es nur 23,3 Prozent. Der Stromverbrauch lag in Bad Rodach laut Eschenbach im vergangenen Jahr bei 38,8 Millionen kWh. Der meiste regenerative Strom wurde dabei von Photovoltaik- und Biogasanlagen mit fünf Millionen bzw. 3,2 Millionen kWh erzeugt. "Photovoltaik und Windanlagen sind nicht der Weisheit letzter Schluss", sagte Eschenbach. Der entscheidende Nachteil dieser beiden Arten der Stromerzeugung: Der Strom wird nicht immer dann erzeugt, wenn er tatsächlich gebraucht wird. Dies führe dazu, dass man Strom nach Österreich liefere und ihn wieder zurückkaufe. "Da fließen jährlich über eine Milliarde Euro hin und her", führte Eschenbach vor Augen. Vor dem Gremium "outete" er sich als Freund von "Power to Gas"-Anlagen. Hierbei werde aus überschüssigem Strom aus erneuerbaren Energien Methan erzeugt und ins Erdgasnetz eingespeist. Dann könne es für Heizungen oder Auto-Motoren verwendet werden. Auf Nachfrage von Moritz Regenspurger (CSU) gab Marco Eschenbach dahingehend Entwarnung, dass die Bad Rodacher Stromnetze für die Zukunft nicht ausreichend seien. "Wir haben hier noch genug Luft nach oben", betonte er. mr