Zu einem weithin sichtbaren Feuer ist es am Montagnachmittag auf der Kompostieranlage des Landkreises am Lindenhof bei Ruppach gekommen. Kurz nach 15 Uhr wurden die Flammen von einem Fußgänger entdeckt, der umgehend die Betreiber verständigte. Nach einem Notruf wurden die Feuerwehren alarmiert. Ob die hohen Temperaturen Auslöser für das Feuer sind, ist nach wie vor unklar.

Erst gestern warnte die Polizei in einer Pressemitteilung eindringlich, dass aufgrund der aktuellen Temperaturen die Brandgefahr auf der höchsten Meldestufe ist. Deshalb können schon kleine Unachtsamkeiten, wie beispielsweise achtlos weggeworfene Zigarettenkippen oder auch ein heißer Katalysator bei einem abgestellten Auto, ausreichen, um einen Brand entstehen zu lassen.

Als die ersten Einheiten und die Polizei eintrafen, schlugen die Flammen bereits meterhoch aus dem gelagerten Grüngut, so dass umgehend weitere Feuerwehren aus dem Stadtgebiet Ebern sowie den Gemeinden Rentweinsdorf und Pfarrweisach zur Brandbekämpfung nachalarmiert wurden.

Mehrere Stunden im Einsatz

Nach ersten Erkenntnissen brannten insgesamt 2000 Kubikmeter Schnittgut. Es dauerte bis in den Abend bis der Schwelbrand, bei dem Sachschaden von etwa 1000 Euro entstand, gelöscht war. Das Material musste laut einer Pressemitteilung des Bayerischen Roten Kreuzes, Kreisverband Haßberge, auseinandergezogen und Glutnester abgelöscht werden. Dabei wurden die Feuerwehren auch von einem Traktorfahrer mit Frontgabel unterstützt.

Bei hochsommerlichen Temperaturen von rund 32 Grad Celsius leisteten insgesamt 75 Einsatzkräfte von sieben Feuerwehren eine körperlich extrem anstrengende Arbeit, zum Teil mit schwerem Atemschutz. Um ausreichend Löschwasser zur Verfügung zu haben, wurde Wasser von einem nahegelegenen Hydranten entnommen. Zudem wurde von der Baunach her eine mehrere hundert Meter lange Löschwasserleitung gelegt.

Zur Absicherung der Feuerwehreinsatzkräfte entsandte die Integrierte Leitstelle (ILS) Schweinfurt einen Rettungswagen der nahe gelegenen BRK-Rettungswache Ebern zum Einsatzort. Kurz darauf ließ die Besatzung aufgrund einer zu erwartenden langen Einsatzdauer und angesichts der hochsommerlichen Temperaturen den Einsatzleiter Rettungsdienst, Daniel Imhof, sowie die ehrenamtliche Einheit der Schnelleinsatzgruppe (SEG) Transport 2, die an der Rettungswache in Ebern stationiert ist, nachalarmieren. Die SEG Transport 2 war mit einem Rettungswagen und einem Vier-Tragen-Krankentransportwagen von 16.20 bis 19.30 Uhr im Einsatz. Von der Rettungswache Ebern aus wurden kurzerhand aus einem Getränkelager rund 25 Kästen Wasser an die Einsatzstelle transportiert.

Hitzeerschöpfung

Zum Glück gab es keine ernsthaft Verletzten. Drei Feuerwehrleute mussten aufgrund von Hitzeerschöpfung vor Ort vom Rettungsdienst untersucht werden. Ins Krankenhaus musste niemand eingeliefert werden.

Warum es zu dem Feuer kam, ist unklar. Die Polizeiinspektion Ebern hat Ermittlungen aufgenommen. Erst vor wenigen Tagen war nach Angaben der Betreiber der Grünschnittdeponie ein Großteil des gelagerten Materials geschreddert und abtransportiert worden, so dass die Deponie zum Zeitpunkt des Brandausbruchs nur noch zu etwa einem Viertel gefüllt war. Ungeachtet der höchsten Brandgefahr grillte eine Familie etwa zur gleichen Zeit am Horhäuser Badesee - und machte eine Polizeistreife durch den Rauch des offenen Feuers auf sich aufmerksam. Die Familie wurde über die aktuelle Lage informiert und das Feuer umgehend gelöscht. red