Seit rund einem halben Jahr sitzen Tanja Swarat (38) und Felix Knorr (32) von der Horbacher Wählergruppe (HWG), Annette Wächtler (46) von der Liste objektive Kommunalpolitik (LOK), Verena Schernich (34) von der CSU sowie Konstantin von Witzleben (28) und Markus Hoffmann (45) für die Unabhängigen Wähler Weingartsgreuth (UWW) im Wachenrother Gemeinderat. Wir fragten sie nach ihren Gründen, für das Amt zu kandidieren, nach ihrem politischen Engagement im Vorfeld und ob sich ihre Vorstellungen von der Arbeit im Gremium bewahrheitet haben.

Tanja Swarat ist dabei, weil sie als Ratsmitglied bei der Entwicklung ihrer Heimatgemeinde mitwirken und sich so für die Anliegen der Mitmenschen einsetzen kann. Durch ihren Beruf als Verwaltungsfachangestellte ist sie mit der kommunalen Arbeit bzw. Organisation bestens vertraut. Natürlich ist sie noch nicht mit allen Dingen vertraut. "Man muss sich erstmal in die verschiedenen laufenden Themen einarbeiten."

Als "Frischling" fühlt sie sich im Gremium sehr gut aufgenommen und freut sich auf eine konstruktive Zusammenarbeit bei der Entwicklung ihrer Gemeinde. Ihre Kandidatur hat sie bis jetzt auf keinen Fall bereut. Auf die Frage, was ihr größter Wunsch ist, antwortet sie: "Ich freue mich einfach darauf, mit allen an der gemeindlichen Entwicklung zu arbeiten."

Annette Wächtler hat sich schon immer für die Allgemeinheit engagiert und als Gemeinderätin sieht sie hier noch mehr Möglichkeiten, Änderungen zu bewirken. "Ich bin Gründungsmitglied der LOK, mittlerweile in der dritten Periode im Kirchenrat sowie mehr als 18 Jahre als Ortsbäuerin tätig." Nachdem sie 2014 den Sprung in den Gemeinderat um nur zwei Stimmen verpasst hatte, hoffte sie natürlich, dass es 2020 endlich klappt. Wie es im Gemeinderat zugeht, hat sie sich schon vorstellen können, da sie in der Vergangenheit an verschiedenen Sitzungen als Zuhörer teilgenommen hatte. "Da das Amt des Gemeinderates sehr umfangreich ist, habe ich natürlich noch viel zu lernen. Gerade die rechtlichen Grundlagen, die zur Behandlung von Sachverhalten in den öffentlichen und auch nichtöffentlichen Sitzungen notwendig sind. Hierbei versuche ich aber, mit gesundem Menschenverstand zu handeln."

Eines ihrer Ziele ist Transparenz. "Hier hatten wir schon bald erreicht, dass der Punkt ,Wünsche und Anträge‘ wieder in die öffentliche Sitzung aufgenommen wird." Einrichtungen für die Kinder, Jugendlichen und Senioren liegen ihr besonders am Herzen. Hier bestehe Handlungsbedarf.

Verena Schernich durfte durch ihre jahrelange Mitgliedschaft in der Frauen-Union (FU) Wachenroth die politische Arbeit im Orts- und auch im Kreisverband bereits kennenlernen. "Mein Opa war CSU-Mitglied und Bürgermeister, meine Oma eine der Gründungsmitglieder unserer FU und auch meine Mutter ist Mitglied in der FU, also vielleicht auch eine familiäre ,Vorbelastung‘."

"Nach einem halben Jahr denke ich nicht, dass ich schon mit allem vertraut sein kann. Ich versuche, so gut es mir möglich ist, mich einzuarbeiten. Es wird auch noch in ein paar Jahren immer wieder neue Situationen geben, die mich herausfordern." Sie fühlt sich im Gemeinderat gut aufgehoben. "Sind Themen dabei, bei denen Fragen auftauchen, wird mir gut weitergeholfen. Im Moment sind wir im Gemeindeentwicklungsausschuss dabei, einen geeigneten Platz für einen Bike-Park für unsere Jugendlichen zu finden, das ist gerade ein wichtiges Thema."

Konstantin von Witzleben interessiert sich seit vielen Jahren für die Belange der Gemeinde und "ich wollte mich einfach intensiver einbringen." Damals hat ihn die Öffentlichkeitsbeteiligung beim Bauleitverfahren zum Windpark Wachenroth sehr interessiert. "Durch meine ehrenamtliche Tätigkeit beim Gartenbauverein Weingartsgreuth-Horbach habe ich den Zusammenhalt in den Ortsteilen kennengelernt." Er rechnete stark damit, gewählt zu werden, und wusste eigentlich, was auf ihn zukommt. "Ich habe in den letzten fünf Jahren etwa 60 Gemeinderatssitzungen besucht. Durch mein Engagement in der Bürgerinitiative habe ich einen guten Einblick in die Arbeit der verschiedenen Gemeindeorgane erhalten. Ich hoffe, dass sich im nächsten Jahr der Besuch von Seminaren für neue Gemeinderäte realisieren lässt. Da wir eine größere Gruppe von Neulingen sind, bin ich zuversichtlich, dass wir neuen Schwung und andere Sichtweisen in den Gemeinderat bringen, nicht zuletzt auch aus den kleineren Ortsteilen." Seine Kandidatur hat er nicht bereut und sein größter Wunsch ist es, mehr Informationsaustausch mit den Bürgern, mehr Offenheit zu wagen.

Felix Knorr hatte vor seiner Wahl in den Gemeinderat noch kein politisches Amt inne, "jedoch bestärkten mich mehrere ehrenamtliche Tätigkeiten zum Beispiel im Elternbeirat der Kita, als Wahlhelfer oder die Tätigkeit in einer Bürgerinitiative darin, mich in Zukunft verstärkt auch politisch zu engagieren." Mit dem überwältigenden Ergebnis (1000 Stimmen) hat er aber nicht gerechnet. Bereits kurz nach der Wahl wurde er - vermutlich auch aufgrund des überraschend starken Wahlergebnisses - für das Amt des Dritten Bürgermeisters vorgeschlagen. "Durch meine Wahl in dieses Amt konnte ich bereits viele interessante Gespräche führen und so habe ich den Geschäftsablauf der Verwaltung gut kennengelernt", so Knorr.

Die politischen Ziele sind Transparenz, Offenheit und vor allem die angekündigten Bürgerdialoge, die durch die Pandemie bislang nicht verwirklicht werden konnten, durchzuführen. "Trotzdem werde ich mich auch in Zukunft für diese Ziele einsetzen." Seine Kandidatur hat er nicht bereut und sein größter Wunsch ist es "das Miteinander in unserer Gemeinde weiter zu stärken, unseren örtlichen Vereinen zum Beispiel einen Tag der Vereine zu ermöglichen, sich noch intensiver miteinander zu vernetzen und mehr." Ein großer Wunsch wäre es für ihn weiterhin, dass sich alle Bürger der Gemeinde mitgenommen und von den Gemeinderäten gut vertreten fühlen.

Markus Hoffmann war bereits 2014 für die UWW aufgestellt, aber ihm fehlten damals ein paar Stimmen, um in das Gremium einzuziehen. "Mich hat das politische Geschehen in der Gemeinde schon immer interessiert und mir war klar, dass ich nur als gewähltes GR-Mitglied wirklich etwas bewirken kann."

Sein politisches Vorleben belief sich bisher auf das Engagement in zwei Bürgerinitiativen. Außerdem ist er seit zehn Jahren ehrenamtlich in der Vorstandschaft des Gartenbauvereins Weingartsgreuth-Horbach aktiv. Die regelmäßigen und zahlreichen Besuche der öffentlichen Sitzungen des Gemeinderats in den letzten fünf Jahren waren sehr aufschlussreich und helfen ihm für seine jetzige Tätigkeit. Natürlich ist er noch nicht mit allem vertraut. "In manche Dinge muss man sich erst einarbeiten, und ich lerne jeden Tag dazu!"

Ihm sind die Themen Offenheit und Transparenz sehr wichtig. Es sollte jeder Bürger gut informiert sein. Leider habe der erste Bürgerdialog im August aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden können, aber wie heiße es so schön: "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!"

Bis heute hat er seine Kandidatur nicht bereut. Sein größter Wunsch ist, dass Wachenroth durch folgende Maßnahmen noch attraktiver für junge Familien gemacht wird: bezahlbare Bauplätze schaffen, genügend Kita-Plätze bereitstellen, die Grundschule stärken und auf modernsten Stand bringen, den von der Jugend gewünschten Bikepark umsetzen und die Spielplätze auf dem neuestem Stand halten.