von unserem Mitarbeiter 
Gerold Snater

Königsberg/Unfinden — Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl ereignete sich am 26. April 1986 in Block vier des Kernkraftwerkes Tschernobyl nahe der ukrainischen Stadt Prypjat. Sie wurde seinerzeit auf der siebenstufigen internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse als katastrophaler Unfall eingeordnet.
Hunderttausende Menschen wurden einer starken Strahlenbelastung ausgesetzt. Von den Helfern sind nach Informationen der Weltgesundheitsorganisation WHO heute mehrere Hunderttausende schwer erkrankt. Eine bis heute nicht genau erfasste Anzahl an Menschen starb an den Folgen der Katastrophe.

Seit 20 Jahren im Einsatz

Auch viele Kinder hatten und haben immer noch unter den Folgen dieser Katastrophe zu leiden. Erwin Koch aus Unfinden nimmt sich seit über 20 Jahren dieser Kinder an.
Durch Erholungsaufenthalte in Deutschland, Hilfstransporte und Spenden hat er sich seit vielen Jahren für seine Tschernobyl-Kinder in der Region Tscherkassy eingesetzt. Oft musste und muss er dabei fast nicht zu bewältigende Hindernisse überwinden, aber Erwin Koch gibt nicht so schnell auf.
So auch im Falle seiner letzten Aktion, als er einen Mercedes mit neun Sitzplätzen, den er von der Polizei in Würzburg zur Verfügung gestellt bekommen hatte, in die Region Tscherkassy überführen wollte. Dabei sehr geholfen habe ihm, so Erwin Koch, die Polizei der Stadt Würzburg. In der Region Tscherkassy mit ihren vielen weit voneinander entfernt liegenden Dörfern können die Ärzte nur dann Hilfe leisten, wenn sie schnell vor Ort sind.
Die Präsidentin der Tscherkasser Gebietsorganisation "Tschernobyl Kinder", Olga Jantschuk, freute sich sehr darüber, dass die Ärzte mit dem neuen Wagen den Menschen mit begrenzten physischen Möglichkeiten schneller und intensiver zur Seite stehen können. Zudem können dadurch schnell technische und medizinische Rehabilitationsmittel zugestellt werden.
Für diese ungeheure Hilfsbereitschaft wurde Erwin Koch vor einigen Wochen mit einer Urkunde ausgezeichnet, die - ins Deutsche übersetzt - den folgenden Wortlaut hat: "Mit dieser Urkunde wird der Vorsitzende der deutschen Organisation Hilfe für Tschernobyl-Kinder ausgezeichnet. Sehr geehrter Herr Koch, den größten Teil Ihres Lebens haben Sie den betroffenen Menschen gewidmet, die Ihre Fürsorge und Hilfe brauchen. Sie schenken das Teilchen Ihrer Seele und Ihres Herzens, um den Menschen mit begrenzten Möglichkeiten in der Ukraine und Tscherkassy zu helfen. Bei dieser Aufgabe verbinden uns Jahre der ergiebigen Zusammenarbeit. Vielen Dank Ihnen und tiefe Verbeugung bis zur Erde für Ihre aktive gesellschaftliche Einstellung zu den Menschen mit besonderen Bedürfnissen."
Unterschrieben ist die Urkunde von allen Vorsitzenden der gesellschaftlichen Organisationen der Ukraine im Gebiet Tscherkassy und Kiew. Außerdem wurde Erwin Koch vom Chefarzt des Gebietszentrums, Dr. Wladlen Lepskij, für die evangelische Kirchengemeinden Königsberg und Unfinden eine herrliche Ikone übergeben. Dies soll auch ein Dank an die unzähligen Spender und Sponsoren in Deutschland sein, die seit vielen Jahren Erwin Koch bei seinen Hilfsaktionen tatkräftig und großzügig unterstützen. Die Ikone trägt den Namen "Tschernobyl Erlöser" und zeigt Bewohner Tschernobyls, die mit Gott, dem Schiedsrichter und dem Erlöser lebendig und tot dargestellt sind. Tatsächlich sind auf der Ikone die Menschen zu sehen. Früher stellte man nie den Menschen mit Gott zusammen dar. Diese Ehre wurde den Tschernobyl-Bewohnern gegeben, weil sie das Gebot "Töte nicht" erfüllt haben, das fremde Blut nicht vergossen und das eigene Blut nicht gescheut haben.

Eigentümliche Erscheinungen

Am 28. August 2003 hat Wladimir Blaschennejschij in Kijewo-Petscherskaja Lawra an Mariä Himmelfahrt die Ikone eingeweiht. Zur Zeit ihrer Weihe soll es am Himmel zu Wundererscheinungen gekommen sein. So soll über der Ikone eine Taube geflogen sein. Zudem soll am Himmel ohne jeden Regen ein Regenbogen in Form eines Heiligenscheins erschienen sein. Tausende Menschen sollen dies gesehen und bezeugt haben, wie jetzt bei der Übergabe der Ikone in Unfinden mitgeteilt wurde.
Diese besondere Ikone überreichte Erwin Koch in der Bonifatiuskirche in Unfinden an Pfarrer i.R. Volkmar Botsch und Pfarrer Peter Hohlweg im Beisein der Mitglieder des Kirchenvorstandes, Helga Koch, Brigitte Kost und Horst Knöchel. Im Gotteshaus in Unfinden hat die Ikone im Altarraum inzwischen einen würdigen Platz gefunden.

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