Masken im öffentlichen und beruflichen Leben werden die Gesellschaft noch eine ganze Zeit begleiten. Das bringt für Menschen, die auf die Mimik ihres Gegenübers angewiesen sind, eine enorme Einschränkung mit sich. Ob hörgeschädigte Menschen, Kleinkinder oder Schüler, die Fremdsprachen lernen, für sie ist es wichtig, den Mund des Gegenübers zu sehen, um Sprache zu verstehen und erlernen zu können.

Arndt Tennie, Geschäftsführer der Sandberg Bekleidungs GmbH aus der gleichnamigen unterfränkischen Gemeinde, hat sich schon im Frühjahr beim ersten Lockdown Gedanken hierzu gemacht und mit seinem technischen Mitarbeiter eine transparente Maske entwickelt. "Seit Ende Mai produzieren wir. Unsere Kunden sind unter anderem Kliniken und Schulen in ganz Deutschland." Der Digitalisierung sei dank, konnte Tennie ausschließlich über das Internet die Kundenakquise betreiben. "Wir haben eine PDF-Datei erstellt und per Mail versendet. Es ist für uns ein komplett neuer Kundenkreis."

Die Sandberg Bekleidungs GmbH steht eigentlich seit mehr als 25 Jahren für "Trachtenmoden aus Bayern"  in eigener Fertigung ausschließlich für den Facheinzelhandel. Die Produktion von Masken  in regulärer Ausführung sowie von transparenten Masken sei eine Erweiterung des Portfolios und damit auch eine Sicherstellung der Arbeitsplätze in Sandberg. Denn fallen die großen und kleinen Volksfeste aus, sind private Feiern auf ein Minimum beschränkt, fehlen auch die Anlässe für die Kunden, um sich mit Tracht neu einzudecken. Bei der Entwicklung der transparenten Maske legte Arndt Tennie einige grundlegende Parameter an. So sollte sie waschbar und damit wiederverwertbar sein. "Wir wollen keinen Einwegmüll erzeugen". Sie musste so zugeschnitten sein, dass sie nicht direkt am Mund anliegt, und das transparente Material sollte nicht beschlagen. Außerdem sollte sie kostengünstig in großen Mengen zu produzieren und weiterzugeben sein.

Vier Tage habe er  mit seinem Techniker "getüftelt". Die Folie, die den Mittelteil der Maske ausmacht, sei eine Spezialfolie aus PET mit Anti-Beschlag-Beschichtung, die das Anlaufen des Visiers von innen verhindere. Sie werde bogenförmig zugeschnitten, oben und unten sind Klettbänder mit Doppelstich aufgenäht, an die Stoffteile der Maske befestigt werden. Bewusst wurde auf ein Aufkleben der Klettbänder verzichtet, um eine Langlebigkeit der Masken zu erzielen. Die oberen und unteren Stoffteile seien so konfektioniert worden, dass sie die Maske im halbrund auf Spannung halten. Der Stoff bestehe aus einer Baumwolle-Polyester-Mischung und stehe in weiß, blau und schwarz zur Verfügung. Der weiße Stoff sei bei 90 Grad kochfest und einlaufsicher waschbar, die Buntware bei 60 Grad. Masken in anderen Farben seien grundsätzlich auch möglich, müssten dann aber in größerer Stückzahl abgenommen werden, ergänzte Tennie.

Die Maske ist mit Nasenbügeldraht und Ohren-Gummizug ausgestattet. Sie kann in Damen- und Herrengröße bezogen werden. Das Visier könne mit Desinfektionsmittel oder einer Seifenlauge und einem weichen Tuch gereinigt werden. Die Atmung sei durch das Kunststoffvisier nicht behindert, da sie nach hinten hin an den Seiten offen sei. Von Sandberg aus gehen die Lieferungen an Landratsämter, Kliniken, Schulen, Gehörloseneinrichtungen, Alten- und Pflegeheime in ganz Deutschland. "Wir sind dabei, unseren Kundenkreis ständig zu erweitern. Es ist eine Blindakquise, aber der Bedarf und die Nachfrage nach transparenten Masken ist da", betont Arndt Tennie abschließend.

Auf der Homepage www.country-classics.de findet sich eine Kurzanleitung für den Zusammenbau der transparenten Gesichtsmaske von Arndt Tennie. bem