In einem eher ungewöhnlichen Zusammenhang wurde die neue St.-Michaels-Figur in der Höchstadter Stadtpfarrkirche St. Georg eingeweiht. Nach dem Trauergottesdienst für den bereits im März verstorbenen Heimatforscher Georg Söhnlein, der über Jahrzehnte das Leben der Pfarrgemeinde prägte, segnete Stadtpfarrer Kilian Kemmer ein wertvolles Geschenk des Männervereins an die Pfarrei.

Der Südtiroler Künstler Ulrich Peratoner schuf das Kunstwerk, das durch eine erfolgreiche Spendenaktion des katholischen Männervereins anlässlich seines 100. Jubiläums für die Stadtpfarrkirche angeschafft werden konnte. Vorsitzender Peter Baier würdigte vor der Einweihung die Lebensleistung seines Vorgängers Georg Söhnlein, der vor 20 Jahren bereits die Anschaffung einer Figur des Erzengels Michael für die Stadtpfarrkirche angeregt hatte.

Ein bewegender Moment

Bereits zuvor hatte Kilian Kemmer in seiner Ansprache die Bedeutung St. Michaels als "Patron zur Überwindung des Bösen und als Garant dafür, dass schlussendlich immer das Gute siegt" in Bezug zum Leben Georg Söhnleins gestellt. Dieser habe sich als entschiedener Nazigegner für ein ideologiefreies Heimatverständnis eingesetzt, das "nach seinem Selbstverständnis nicht ohne ein Bekenntnis zu christlichem Brauchtum auskommt".

Sehr bewegend war für alle Besucher der Zeremonie der Moment, als die 89-jährige Witwe Margaretha Söhnlein von ihrem Rollstuhl aus die Figur enthüllte. Dabei war sie umgeben von Bürgermeister Gerald Brehm (JL), stellvertretendem Landrat Martin Oberle (FW), Altlandrat Franz Krug (CSU) und neben den örtlichen Geistlichen vom Rektor der Burg Feuerstein, Diakon Burkard Farrenkopf, sowie von Pfarrer Albert Müller aus Burgwindheim. Die passenden Akzente an der Orgel setzte Reinhard Döring unter anderem mit einem alten St.-Michaels-Lied von Friedrich Spee. Das aus dem 17. Jahrhundert stammende Lied trug Diakon Georg Paszek als Gesangssolist vor. LM