Etwa 1,7 Millionen Kinder drücken in Bayern seit Dienstag wieder die Schulbank, und viele von ihnen erwarteten mit Bangen den Start ins neue Schuljahr: Werden wir wieder zum Homeschooling zurück müssen? Gibt es Maskenpflicht? Werden wir alle zusammen unterrichtet? Das waren die Fragen, die Schüler, aber auch Lehrer und Eltern bedrückten. "Ich freue mich nur auf die Schule, wenn alles wieder normal läuft", erklärte schon so mancher Jugendliche noch in den großen Ferien.

Nun war es so weit. Die Schulpforten öffneten sich am Dienstagmorgen und mehr oder minder vermummte Gestalten strömten herbei. Mancher musste schon genau hinschauen, ob es der lang vermisste Freund ist oder ob er seine Lehrer noch erkennt. In den ersten neun Schultagen herrscht jetzt für alle Schüler ab der fünftenKlasse Maskenpflicht - auf dem Schulgelände und im Unterricht. Hygienemaßnahmen wie Hände waschen und desinfizieren haben die meisten schon verinnerlicht. 1,5 Meter Abstand gilt auch in Warteschlangen vor dem Kiosk oder vor den Toiletten. Dort müssen Papiertücher ausliegen, Handgebläse sind wegen der Aerosole verboten. Alle 45 Minuten muss das Klassenzimmer gut gelüftet werden. Wie sich einige Schüler und Lehrer der Ritter-von-Spix-Schule am ersten Schultag fühlten, ist in den nebenstehenden Personenboxen nachzulesen.

Ein Schuljahr unter strengsten Hygieneauflagen ist aber sicher das weitaus geringere Übel im Vergleich zum digitalen Unterricht daheim. Im öffentlichen Nahverkehr und in Schulbussen gilt ebenso die Maskenpflicht. Gehen oder radeln Jugendliche zur Schule, sollen sie Abstand halten. Die zusätzlich eingesetzten Verstärker-Schulbusse bezahlt der Freistaat.

Rotarier spendieren Jahresplaner

Neben den coronabedingten Änderungen gab es zum Schuljahresbeginn an der Ritter-von-Spix-Schule eine weitere Neuerung. "Wir führen ein sogenanntes Spixbuch ein", erklärte Schulleiter Michael Ulbrich. "Das Buch ist ein Schuljahresplaner, der individuell auf unsere Schule zugeschnitten ist, und würde pro Stück etwa sieben Euro kosten. Aber für die Schüler ist er kostenlos, denn der Planer wurde komplett vom Rotary-Club Höchstadt finanziert", berichtete Ulbrich weiter.

"Gesamt kostet die Umsetzung von der Idee zum Spixbuch 4500 Euro", ergänzte die derzeitige Präsidentin des Rotary-Clubs Höchstadt, Adelinde Reinhardt. Das Geld stamme aus dem Erlös des letztjährigen Adventskalenders, betonte sie bei der Buchvorstellung zusammen mit Hans-Joachim Laugwitz. Im Rahmen der Begrüßung der 92 neuen Fünftklässer überreichten beide das Buch an den Schulleiter. Die jeweiligen Klassleiter werden es dann in ihren Klassen - die Schule zählt im Moment 605 Schüler - verteilen.

Das kompakte Jahrbuch enthält wichtige Informationen für die Schüler wie Telefonnummern, Hausordnung, Hygieneplan, einen Überblick über das Digitalkonzept (Edupage, mebis, office 365), Kalender und mehr. Es soll helfen, das Schuljahr besser zu organisieren. Die Idee dazu hatte Konrektorin Diana Scheidt, auch die Ausarbeitung hatte sie übernommen. Neben sämtlichen schon bekannten Terminen ist auch ein Vorwort von Gudrun Boss im Spixbuch, in dem die Rotarier vorgestellt werden: "Schwerpunkte der Rotarierarbeit sind die Förderung von Bildung und von Jugendlichen sowie unterschiedliche Projekte, vor allem in der sozialen und kulturellen Arbeit." Natürlich findet man auch die Ferientermine und die freien Tage, die für die Schüler doch auch sehr wichtig sind.

Gedämpfte Stimmung

Neben den beiden Vertretern von Rotary war auch Bürgermeister Gerald Brehm (JL) Gast in der Turnhalle. Er hatte für alle 92 Schulneulinge der fünften Klassen Mund-Nasen-Schutzmasken dabei - ein Geschenk der Stadt.

In der Schulturnhalle herrschte eine etwas gedämpftere, viel ernstere und konzentriertere Stimmung als zu normalen ersten Schultagen. "Wir Lehrer beginnen das neue Schuljahr positiv gestimmt, sind aber negativ auf Corona getestet", betonte Ulbrich am Ende schmunzelnd. "Wir stehen vor einer großen Herausforderung, aber gemeinsam werden wir es schaffen!" Mit diesen Worten lud er die Eltern noch zu einer Tasse Kaffee in die Mensa ein, wo er auch noch für eventuelle Fragen zur Verfügung stand.