"Auch wenn das Münchner Oktoberfest abgesagt wurde, wir feiern auf jeden Fall", waren sich Bewohner und Mitarbeiter des Friedrich-Baur-Seniorenzentrums St. Kunigund in Altenkunstadt einig. Schließlich zählt das fröhliche Herbstfest seit vielen Jahren zu den Highlights im Veranstaltungsprogramm.

Andererseits waren sich die Verantwortlichen aber auch bewusst, dass es aufgrund der Corona-Pandemie diesmal keine gemeinschaftliche Veranstaltung im großen Speisesaal geben könne. Man beschloss daher, in kleinem Kreis und unter Beachtung der Schutz- und Hygieneregeln in den einzelnen Wohnbereichen des Hauses zu feiern.

Die Damen des Sozialen Dienstes hatten ein tolles Programm auf die Beine gestellt, das bei den Senioren gut ankam. Bei einem zünftigen Frühschoppen am Vormittag wurde auf ein gutes Gelingen des Festes angestoßen. Mitarbeiterinnen informierten über die Geschichte der Theresienwiese, wo seit mehr als 200 Jahren das Münchner Oktoberfest gefeiert wird. Benannt ist sie nach Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen, der Gemahlin des bayerischen Kronprinzen und späteren Königs Ludwig. Am 12. Oktober 1810 wurde das Paar getraut. Die Tradition des Oktoberfestes ging aus dem Pferderennen hervor, mit dem die tagelangen Hochzeitsfeierlichkeiten abgerundet wurden.

Prosit-Lied und Schuhplattler

Die Damen des Sozialen Dienstes machten die Heimbewohner mit den zehn kuriosesten Fakten zum Oktoberfest vertraut. Dabei erfuhren die Senioren, dass der spätere Nobelpreisträger Albert Einstein als Jugendlicher auf dem 82. Oktoberfest bei der Installation der Beleuchtung mitgeholfen hatte und das kultige Lied "Ein Prosit der Gemütlichkeit" aus der Feder von Bernhard Dittrich aus Chemnitz stammt. Ein zünftiger "Schuhplattler", den die Damen des Sozialen Dienstes einstudiert hatten, bildete den Höhepunkt der fröhlichen Fete. Zu stimmungsvollen Rhythmen wurde gesungen. Für das leibliche Wohl war - wie es sich für ein Oktoberfest gehört - mit Hähnchen und Kartoffelsalat gesorgt. "Das war prima. Das sollten wir bald wieder machen", so die einhellige Meinung der Senioren, die den Mitwirkenden und Helfern für die schönen Stunden dankten.