Aus der Not ist sozusagen eine Tugend geworden. 2017 konnte der Pianist Julian Trevelyan aus Termingründen nicht zur Übergabe des Luitpoldpreises des Fördervereins Kissinger Sommer kommen, der traditionell im Rahmen der Abschlussgala am vorletzten Abend des Festivals vergeben wurde. Aber die Übergabe konnte nachgeholt werden bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins. Da nahm der junge Brite nicht nur seinen Preis entgegen, sondern gab auch ein paar Kostproben.

In diesem Jahr war es ähnlich. Auch die Sopranistin Teva Shehoval war bei der Abschlussgala verhindert, konnte aber zur Mitgliederversammlung kommen. Auch sie nahm ihren Preis entgegen und sang anschließend, am Flügel begleitet von Samira Spiegel, vier Lieder der Romantik. Das ist eine Entwicklung, die der Verein beibehalten sollte. Denn schließlich ist der Luitpoldpreis keine Angelegenheit des Kissinger Sommers, sondern des Fördervereins. Und es ist ja auch eine gute Sache, wenn man den Mitgliedern auf diese Weise ein bisschen zusätzliche Exklusivität bieten kann.

Aber erst einmal gab's die Regularien. Vorsitzender Anton Schick sen. konnte einmal mehr von einem "guten Jahr für den Förderverein" berichten. 921 Mitglieder hatte der Verein zum 1. November 2018, davon 660 Einzelmitglieder, 212 Familienmitglieder, 28 Firmenmitglieder, 20 Fördermitglieder und ein Ehrenmitglied (Alt-Intendantin Dr. Kari Kahl-Wolfsjäger). Dank der Spendenfreudigkeit der Mitglieder war es auch in diesem Jahr wieder möglich, den Kissinger Sommer mit 85 000 Euro zu unterstützen. 1,94 Millionen Euro hat der Förderverein seit seiner Gründung bereits direkt für das Festival gespendet. Rechnet man die 21 Luitpoldpreise à 5000 Euro und den weitgehend von Vereinsmitgliedern gesponserten Kissinger KlavierOlymp (seit 2003) dazu, steht unter dem Strich ein Betrag von deutlich über 2,2 Mio. Euro. Es ist niemand in Sicht, der dem Förderverein den Titel des größten privaten Sponsors streitig machen könnte.

Empfang am 13. Juli

Anton Schick kündigte an, dass "auch 2019 wieder ein ansehnlicher Betrag an die Stadt übergeben werden soll". Der Mitgliederempfang zum Kissinger Sommer 2019 wird am Samstag, 13. Juli, wieder im Rossini-Saal stattfinden. Der Vorsitzende dankte allen, die sich für den Verein und das Festival engagieren und betonte die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Kissingen. Die Arbeit an einem gut dosierten Ausbau des Kulturprogramms in der Stadt müsse weitergehen. Vor diesem Hintergrund forderte er die Mitglieder auf, auch dem in der vergangenen Woche neu gegründeten "Freundeskreis Kissinger Theaterring e.V." beizutreten. Und er verlas den Brief eines Würzburger Ehepaars, das seit vielen Jahren zum Kissinger Sommer kommt und sich jetzt beklagte, dass es immer größere Probleme bereite, "nach den Konzerten noch etwas zu sich zu nehmen". Anton Schick: "Das ist ein aktuelles Problem. Wir werden es gerne aufgreifen und Kontakt mit den Gastronomen aufnehmen." Das anwachsende Murmeln im Saal signalisierte Zustimmung.

Schatzmeisterin Martha Müller konnte ihren Kassenbericht kurz halten: 92 096 Euro Einnahmen (13 875 Euro aus Mitgliedsbeiträgen, 78 220 Euro aus Spenden) gegen 8874 Euro Ausgaben (mit gut 7000 Euro war der Mitgliederempfang der bei weitem größte Posten), dazu noch einige "Kohle" auf den Konten des Vereins - so tat sich der Verein nicht schwer, den Spendenscheck an die Stadt auszufüllen. Und so konnte sich auch Kassenprüfer Peter Müller kurz fassen: "Die Vereinsgelder wurden satzungsgemäß verwendet und korrekt verbucht." Die von ihm beantragte Entlastung des Vorstandes erfolgte einstimmig. Jedes Festival, so Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) brauche Säle, Künstlerinnen und Künstler, eine Organisation und natürlich das Publikum. Und natürlich den Treibstoff für das Ganze: Geld. "Der Förderverein ist der größte Sponsor des Kissinger Sommers. 85 000 Euro sind kein symbolischer Betrag, sondern auch ein Zeichen für den Einsatz der Mitglieder, auch als Multiplikatoren." Und so wünschte er sich, dass 2019 der Mitgliederstand deutlich über die Tausendermarke steigen möge: "Bringen Sie Ihre Freunde mit. Wenn die einmal den Kissinger Sommer erlebt haben, kommen sie immer wieder." Dann stellte Intendant Dr. Tilman Schlömp den Mitgliedern das Programm des Kissinger Sommers 2019 vor.