24 Jahre lang waren sie zusammen, untrennbar und doch so verschieden. Tvistur und Hjaldi, zwei reinrassige Islandpferde. Sie haben viel zusammen erlebt. Auf dem Bad Brücke-nauer Stadtfest erfreuten sie die Kinder. Die Martinsumzüge sowohl hier als auch in Volkers begleiteten sie und am Familienfest, das traditionell im Mai stattfindet, durften Kinder ihre Runden auf ihnen drehen.

Der Dunkelfuchsschecke Hjaldi trat sogar in den Mainfrankensälen in Veitshöchheim bei vollem Haus und zur Musik einer Band auf. Besitzer Norbert Klug erinnert sich: "Er war der Gelassenere der beiden", sagt Klug. Und als er noch gesund war, auch der Ranghöhere. Der Boden der Säle wurde mit grober Wellpappe ausgelegt und Klug konnte ein paar Kunststücke vorführen, die er mit dem sensiblen Vierbeiner eingeübt hat. "Das sind einfach unvergessliche Erlebnisse", erinnert sich der Besitzer.

Trauer um Hjaldi

Im Februar dieses Jahres starb Hjaldi mit 29 Jahren. Am Morgen lag er tot in seiner Box, nachdem er schon länger mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Tvistur, der ältere, aber gesündere der beiden Freunde trauert. Er ist nicht mehr ganz so lebhaft wie sonst. "Sie haben ihr Leben zusammen verbracht, wie fühlt man sich da?", sagt der Besitzer. Davon abgesehen sind Pferde Herdentiere und brauchen sich. "Die Herde bietet den Fluchttieren Schutz und erhöht in der Natur die Überlebenschancen", erklärt Klug.

Auch aus diesem Grund sucht Klug nun einen Freund oder eine Freundin für Tvistur. "Es wäre schön, wenn sich jemand findet, der einen Unterstellplatz für sein Pferd oder Pony sucht", sagt er. Die Lage am Waldrand am Ende des Eichendorffwegs ist ideal: Dort befindet sich der Offenstall mit großzügigem Auslauf drumherum. Und im Sommer haben die Tiere genug Platz auf den großen Sommerkoppeln am Schafberg unterhalb der Edelruh.

Ob er einen Wunsch hat? Das Wichtigste sei, sagt Klug, dass es passt. Sowohl die Pferde als auch die Halter sollten sich verständigen können. "Alles weitere ist dann nicht so wichtig", sagt er. Für den 31-jährigen Hellfuchs Tvistur wird es jedenfalls höchste Zeit, dass er nicht mehr alleine ist.