von unserem Mitarbeiter 
Stephan Herbert Fuchs

Rugendorf — "Das ist völlig sicher"Bei einer Podiumsdiskussion in den Räumen des Unternehmens gab ihm Norbert Röttgen (CDU), von 2009 bis 2012 Bundesumweltminister und Wegbereiter des Direktverbrauchs für Solarstrom, recht. "Es ist völlig sicher, dass das die Zukunft sein wird", sagte er.
Sogar von einer neuen Revolution sprach der Politiker. Schon allein deshalb weil die E-Mobilität mehr und mehr einem gesellschaftlichen Trend entspreche. Münch nennt das einen Paradigmenwechsel: "Fortbewegung wird zum Nebenprodukt".
Das Auto könnte auch zur rollenden Batterie werden, indem es entweder (natürlich regenerativen) Strom tankt oder Strom abgibt, während der Zeit, in der es herumsteht und das sind rund 90 Prozent des Tages. Die Zeichen dafür stünden gut, denn bereits im September will der japanische Automobilhersteller Mitsubishi serienmäßig ein bimobiles Fahrzeug auf den Markt bringen, also ein Auto, dass nicht nur Strom tanken, sondern Strom auch speichern und zu anderweitiger Nutzung wieder freigeben kann. "In Deutschland haben wir dafür keinen konkurrenzfähigen Hersteller", so Münch. Das habe die Politik etwas verschlafen, sagte Peter Bofinger, Mitglied des Sachverständigenrats der fünf Wirtschaftsweisen und Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Würzburg. Bofinger zeigte sich durchaus besorgt darüber, was mit den großen deutschen Autoherstellern werden soll, wenn die Prognosen von Mario Münch und Norbert Röttgen eintreffen.

Mehr Tesla als 7er-BMW

Münch glaubt auch deshalb fest an die Zukunft der E-Mobilität, weil er selbst einen Tesla fährt. Schon heute verkaufe dieser US-Hersteller von Elektrofahrzeugen mehr Autos als BMW Fahrzeuge aus seiner 7er-Reihe.
Bei der Diskussion ging es auch um den grundsätzlichen Wandel, dass viele Menschen Strom aus regenerativen Quellen erzeugen, anstatt von Großkonzernen abhängig zu sein.
Einer der das praktiziert ist Rainer Kober, Inhaber des Porzellanherstellers Kober Steinwiesen. Als sehr energieintensiver Betrieb mit bis zu 15 Prozent Energiekosten deckt er mittlerweile ein Viertel seines Strombedarfs in Eigenproduktion über Photovoltaikflächen.
Warum nicht mehr? Kober hat alle seine Dachflächen komplett ausgenutzt.