Das Europäische Flakon­glasmuseum leidet - wie so viele andere museale Einrichtungen - unter der Corona-Krise. Für die Kleintettauer Glasbewahrer unter der Leitung von Carl Aug. Heinz und Wolfgang Hammerschmidt ist dies eine bittere Pille, zumal in den letzten Jahren viel Zeit, Arbeit und Geld in den Aufbau investiert worden ist. Mittlerweile hat dieses Leuchtturmprojekt am Rennsteig, das 2008 eingeweiht wurde, an die 60 000 Besucher angelockt.

Nachdem fleißig weiter im Hintergrund an weiteren Ergänzungsmaßnahmen gearbeitet wird, bemüht sich die Museumsleitung um weitere Initiativen. Auf der Museumswebsite www.flakonglasmuseum.eu wird seit kurzem ein virtueller Rundgang angeboten. Damit besteht die Chance, in aller Ruhe Einblicke in die breit gefächerte museale Landschaft zu gewinnen.

Sonderausstellung verlängert

Wie Sandro Welsch ergänzend mitteilte, wird die Ausstellung "Grenzenlos majestätsverliebt" bis zum 19. September verlängert. Vor allem gibt die Präsentation einen Einblick in das 19. Jahrhundert unter der englischen Königin Victoria und ihres deutschen Prinzgemahls Albert von Sachsen-Coburg und Gotha. Anhand verschiedener Themenbereiche finden die Entwicklung von Mode, Körperpflege sowie das Erscheinungsbild des Flakons im 19. Jahrhundert ihren Niederschlag.

Mittlerweile ist die dufte Museumswelt am Rennsteig zu einer Attraktion geworden. So kann man die Welt des Glases in wunderschönen Farben und Formen mit faszinierender Ausstrahlung erleben.

Schließlich entführt das Museum seine Gäste auf eine Reise durch 5000 Jahre Glasgeschichte, die in Ägypten und in Persien ihren Anfang und schließlich ihren Siegeszug bis heute nahm.

Bisher wurden vier Ausbaustufen mit hohem Finanzaufwand realisiert, so dass aktuell auf 600 Quadratmetern an die 3000 Exponate begutachtet werden können. Weitere 4000 Ausstellungsstücke befinden sich im Depot. Besondere Attraktionen sind, den Glasmachern über die Schulter schauen, und zwar mit dem Halbautomaten von 1924, sowie die hochmoderne Glasproduktion der Firma Heinz-Glas. Von einer Tribüne aus beeindruckt die faszinierende Geschwindigkeit, in der aus zähflüssigen Glastropfen Flakons entstehen.

In Kleintettau wird seit 1661 Glas gefertigt, heute auf vollautomatischen IS-Maschinen mit hohem Tempo und in höchster Qualität. Viele wunderschöne Flakons mit exklusiven Designs und raffinierten Veredelungen sind Zeugnisse perfekter vergangener und moderner Glasmacherkunst.

Und es ist schon erstaunlich, was aus Sand, Kalk und Soda (früher Pottasche) an unterschiedlichsten Flakons gefertigt werden können.