von unserem Mitarbeiter Paul Pöhlmann

Muggendorf — Ein 30-Tonnen-Bagger mitten im Flussbett - das sieht man auch nicht alle Tage. In Muggendorf ist es jedoch zurzeit der Fall. Um die Staumauer und das Seitenwehr des Wasserkraftwerkes am Wiesentweg sanieren und teilweise verstärken zu können, muss die Wiesent auf einer Länge von circa 50 Metern umgeleitet werden.
Bei der Muggendorfer Anlage handelt es sich um ein Streichwehr. Das überschüssige Wasser fließt über die Kante der Staumauer ab, sodass eine Überstauung nicht eintritt. Das doch beachtliche Kraftwerk erbringt eine Leistung von 40 KW. Der Antrieb erfolgt über eine Turbine. Die Wasserlieferung durch das Wehr beträgt 3500 Liter pro Sekunde bei einer Fallhöhe von 1,4 Metern auf das Schaufelrad, den Antrieb.

Stromerzeugung seit 1900

In Muggendorf entstand aus einer ehemaligen Mühle ein Fabrikbetrieb, dessen Turbine auch nach Feierabend beschäftigt werden sollte. Deshalb installierte der Besitzer um 1900 das erste Stromleitungs-Ortsnetz in Muggendorf und damit in der Fränkischen Schweiz.
Heute erfolgt die Einspeisung der elektrischen Leistung ins Stromnetz der Eon. Das Wasserkraftwerk gewinnt deshalb in der Zeit der Energiewende wieder an Bedeutung.