Marco Meissner Das Auto rumpelt über die enge Straße von Glosberg in Richtung Reitsch. Das Ausweichen aufs Bankett lässt sich bei Gegenverkehr kaum vermeiden. Zur Stoßzeit durch Reitsch wird's nicht besser. Hinter Bus, Traktor und Lastwagen schlängeln sich die Autos durch Reitsch und Wolfersdorf. Der Ärger ist groß. Und inzwischen macht er sich auch auf unserer Facebook-Seite Luft. Der nervige Zustand wegen der Baustelle an der Gundelsdorfer Ortsdurchfahrt dauert nun schon zwei Wochen länger als vorgesehen. Doch das Problem liegt nicht an einer schlechten Planung, sondern in erster Linie an einem großen Missverständnis.

Die Bundesstraße 85 ist im Bereich der Ortsdurchfahrt im Bau. Sie wird saniert. Ein Durchkommen gibt es seit einem Monat nicht. Inzwischen zeichnet sich jedoch ein Lichtblick ab. Zum Ende der kommenden Woche soll der Verkehr wieder rollen. Die vier Wochen bis zu diesem Zeitpunkt und die Berichterstattung darüber sorgten jedoch für kritische Stimmen unserer Facebook-Nutzer. 65 Kommentare trudelten ein. Und es gab reichlich Fragen, die wir an das Staatliche Bauamt Bamberg weiterreichten.

"Nach jetzigem Stand wird die Vollsperrung am 30. Oktober gegen Ende des Tages aufgehoben", erläutert Pressesprecherin Sabrina Hörl. Dass die Maßnahme am Ende doch zwei Wochen länger gebraucht hat als erwartet, macht sie an unvorhersehbaren Arbeiten fest, welche den Plan etwas durcheinander gebracht hätten. "Im Großen und Ganzen - abgesehen vom schlechten Wetter, das den Einbau der Asphaltdeckschicht verhinderte - ist das Staatliche Bauamt aber mit dem Ablauf der Maßnahme zufrieden", versichert Hörl. Sie wirbt daher für die verbleibenden Tage nochmals um das Verständnis der Anlieger, die letztlich von der sanierten Straße profitieren werden. Dass sich die Anwohner und Fahrer derweil nicht über Verzögerungen freuen, sei für das Bauamt aber natürlich nachvollziehbar.

Bleibt die Frage nach der ungeliebten Umleitungsstrecke. Unsere Facebook-Nutzerin Steffi T. schimpfte, sie sei "echt grenzwertig". Loisl L. fürchtete sogar, "man macht sein Auto kaputt". Gemeint sind die Strecken über die Dörfer, also über Reitsch oder Haig (nach Untergundelsdorf). Doch genau da sieht Sabrina Hörl den Fehler. Sie liefert einen Plan, der eine ganz andere Route als Umleitung kennzeichnet. Demnach sollte der Verkehr im Nordwesten der Baustelle eigentlich über Mitwitz rollen. Wer aus oder in südöstlicher Richtung fährt, der müsste planmäßig die Strecke über Wilhelmsthal wählen.

Doch das tun die wenigsten. Stattdessen werden die Schleichwege als offizielle Umleitung missgedeutet. "Dass sich die Verkehrsteilnehmer selbstständig eine eigene, kürzere Umleitungsstrecke suchen, konnten wir leider nicht verhindern", sagt Hörl.

Doch der Ärger - ob begründet oder nicht - sollte bald vorbei sein. Am Freitag sollen die Arbeitsgeräte ja verschwinden. Und mit ihnen richtige und falsche Umleitungen.