Wer kennt sie nicht, die kleine vorwitzige Biene Maja und ihren Freund Willi, der lieber schlafen würde, anstatt mit Maja von einem Abenteuer ins nächste zu ziehen? Vor 45 Jahren erwachte die Honigbiene im Fernsehen zum Leben und gewährt seitdem Einblicke ins Leben auf der Klatschmohnwiese. Das Thema hat mehr Aktualität denn je, und Maja übernimmt eine wichtige Funktion, um Zugang zu finden - auch wenn an ihr nicht alles der Wirklichkeit entspricht.

Das beginnt bereits mit Majas Aussehen. "Sie ist vermenschlicht. Eine Honigbiene hat wie alle Insekten einen dreiteiligen Körperbau. Dieser ist bei den Bienen braun, beige und schwarz gestreift. Stichig gelb wie die Maja ist eher die Wespe", sagt Alexandra Lippert. Die Naturpädagogin und Imkerin ist genau wie der Betreuer der Kommunal-Bienen, der Igensdorfer Jörg Sieben, Mitglied der Regionalgruppe von Mellifera "Bienenschwärmer Fränkische Schweiz". Bei Vorträgen, in Schulen und bei anderen Bienenprojekten informieren die beiden über das Leben und die Arbeit von Bienen und Insekten und verdeutlichen die Unterschiede zwischen Fernsehen und Wirklichkeit.

Eine Biene hat sechs Beine und vier Flügel. Eigentlich müsste Maja als Arbeiterin fleißig Honig und Nektar sammeln. Das tut sie zwischendurch, zumindest hüpft sie mit Willi von Blüte zu Blüte. Doch Willi ist ein Drohn, "den wird man nicht auf einer Blüte finden", sagt Sieben. Drohnen haben die Aufgabe, die Königin zu begatten. "Sie leben nur von etwa April bis August in den Völkern. Danach werden sie nicht mehr gebraucht. Im Stock werden sie von den Arbeiterinnen mit Nahrung versorgt, müssen also nicht selbst Nahrung suchen", erklärt Jörg Sieben. Die Bienenkönigun wiederum sei keine Königin im Sinne einer Regentin. "Sie hält ihr Volk durch ihren Königinnenduft zusammen. Alle Entscheidungen im Volk werden zudem gemeinsam getroffen - auf eine besondere demokratische Form", erklärt Lippert.

Trotz aller Fehler sind Lippert und Sieben Maja-Fans: "Ich finde es super, dass über sie einen positiven Zugang zu Bienen bekommen. Die Notwehr-Reaktion den Stechens steht nicht im Vordergund, sondern die positiven Eigenschaften", erklärt Lippert. Das sieht auch Jörg Sieben so - und nicht zuletzt unterstützen die Filmproduzenten von Maja das Netzwerk Blühende Landschaft zur Schaffung von Nahrungsquellen für Bienen, Hummeln und Co, ein Projekt von Mellifera.

Genau in diese Richtung geht auch die Initiative Blühendes Igensdorf und die Aktivitäten des Imkereivereins Aufseß, in dem Lippert und Sieben Mitglied sind. "Es geht dabei um die Schaffung von Lebensräumen für Insekten und zur Gestaltung von Bienenweiden in unserer Landschaft sowie in unseren Gärten und auf unseren Balkonen", erklärt Sieben.