Zum Tunnelprojekt in Kauerndorf wird uns geschrieben:

Die völlig überteuerte und umweltschädliche Tunnelvariante haben wir allein dem Staatlichen Bauamt zu verdanken. Es ist daher nicht verwunderlich, dass deren Verantwortliche nun versuchen, diese gigantische Baumaßnahme mit allen möglichen gut klingenden Argumenten und verniedlichenden Bildern in der Presse schönzufärben, um die Wut der noch immer stillen großen Mehrheit gegen dieses krass unsinnige Straßenprojekt im Zaum zu halten.

Die Belastung der Anlieger durch das hohe Verkehrsaufkommen ist hoch. So ist es nachvollziehbar, dass die möglichst schnell von dieser Last befreit werden wollen. Die Planungsbehörden hatten den Betroffenen bereits vor vielen Jahren Angebote zum Aufkauf ihrer Wohnhäuser unterbreitet und diese immer wieder erneuert. Keiner der Anlieger hat jedoch die Chance genutzt.

Wenn für mich der Lärm so unerträglich ist, bin ich froh, wenn ich endlich Ruhe habe und da wegkomme. Dann bleibt mir nur der Weg zu verkaufen - auch wenn es schwerfällt. Ich kann doch nicht von der Allgemeinheit erwarten, dass diese viel Geld ausgibt, unsere schöne Landschaft verschandelt und sich noch weitere gravierende Nachteile einhandelt. Nach meiner Kenntnis geht es beim Ausbau der Ortsdurchfahrt nicht um 23, sondern um sechs Häuser, die hinderlich sind.

Von einer gewachsenen städtebaulich ansprechenden Dorfstruktur kann ebenfalls keine Rede sein. Also, was spricht gegen einen Ausbau der Ortsdurchfahrt? Wenn die betroffenen Anlieger weiterhin nicht zum Verkauf bereit sind und von einer Enteignung im öffentlichen Interesse abgesehen wird, dann muss die Ortsdurchfahrt eben so ausgebaut werden, dass Teile dieser Grundstücke nicht benötigt werden.

Selbstredend hat jeder Grundstückseigentümer das Recht, selbst zu entscheiden, ob er verkaufen möchte oder nicht. Er hat auch das Recht, selbst zu entscheiden, ob er weiterhin den Lärm haben will oder nicht. Er hat aber - wenn er sich gegen den Verkauf entschieden hat - nicht das Recht, von der Öffentlichkeit so ein irrsinniges Projekt zu fordern.

Ingo R. Schneider

Ködnitz