Nicht viele Paare erreichen das, was Marlene und Klaus Alisch beschieden ist: Sie feierten am Mittwoch in Höchstadt bei bester Gesundheit ihre eiserne Hochzeit - das Ehejubiläum, das man nach 65 Ehejahren begeht. Sie haben Freud und Leid zusammen durchlebt, die Beziehung ist durch die lange Zeit und die Erlebnisse gefestigt - sie ist nun beständig wie Eisen.

Klaus Alisch ist 89 Jahre alt. Am 3. März 1931 wurde er in Frankfurt/Oder geboren und bis zu seinem 14. Lebensjahr lebte er in Sternberg im heutigen Polen. "1945, genau als ich meine Schulzeit beendet hatte, wurden wir vertrieben und wir kamen in den kleinen Ort Michaelisbruch bei Neustadt/Dosse in der damaligen DDR", erzählt der Jubilar. Von da an hat er in der Landwirtschaft gearbeitet und kurz nach dem 17. Juli 1953 ging es in den Westen nach Niedersachsen. Hier war er auf dem Bau tätig und 1959 fand er Arbeit als Schleusenwärter an der Elbschleuse in Geesthacht bei Hamburg. 1969 wechselte er zur dortigen Post und blieb bis zur Pensionierung.

Ein Zimmer im Elternhaus

Ehefrau Marlene wurde am 11. Juni 1938 in Oldershausen in Niedersachsen geboren. Sie ist in Schwinden aufgewachsen und zur Schule gegangen. "Anschließend habe ich immer in verschiedenen Haushalten als Helfer in der Not, als Haushälterin gearbeitet", erzählt sie und lächelt. In Oldershausen lebte ihr Großvater, und genau gegenüber von dessen Hof trafen sich damals immer die Jugendlichen. "Und da ist mir Klaus begegnet. Es war Liebe auf den ersten Blick", verrät sie mit einem liebevollen Blick auf ihren Mann. Am 4. November 1955 fand die standesamtliche Hochzeit in Schwinde statt und am nächsten Tag ging es in die Kirche in Marschacht.

Das junge Paar wohnte bei ihren Eltern zuerst in einem Zimmer, "und als die Flüchtlinge auszogen, konnten wir endlich in eine eigene Wohnung im Haus ziehen". Bald kam Tochter Marianne zur Welt. Sie ist das einzige Kind des Jubelpaares. Stolz sind sie auf zwei Enkelkinder.

Wie man es so lange zusammen aushält, ist schnell erklärt: "Wir waren immer zusammen, hatten kaum Meinungsverschiedenheiten und waren und sind stets zufrieden mit dem, was wir haben", erklärt die Jubelbraut strahlend. "Man muss halt reparieren und nicht gleich alles wegwerfen", fügt der Jubelbräutigam noch schmunzelnd an.

Ihr Hobby ist nach wie vor der Garten, und Ehemann Klaus ist beim Kellerbergverein Mitglied. In der alten Heimat war er Mitglied bei der Feuerwehr und beim Schützenverein. Seit er in Pension ist, leben die Alischs nun in Höchstadt zusammen mit Tochter Marianne und Ehemann Hajo Lippert. Beim Hausbau in Höchstadt hatte der Jubilar schon tatkräftig mitgeholfen.

Ein bisschen Heimweh hat das Jubelpaar schon, vor allem vermissen beide die Elbe und die Nähe zur Nordsee.

Wegen Corona musste der gemeinsame Ausflug in den Bayerischen Wald mit Tochter und Schwiegersohn ausfallen. Auch die Glückwünsche vom Bürgermeister und von der Kirche kamen nur schriftlich. Auf den Kalender vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder sind sie ganz stolz. Beide hoffen noch auf viele schöne gemeinsame und gesunde Jahre.