Marion Krüger-Hundrup

Mit Kunst aus Afrika werden häufig Exotik, naive Linien und Formen, Unverfälschtheit verbunden. Die Ausstellung "Farben des Senegal - Moderne Kunst aus der Bamberger Partnerdiözese Thiès" belehrt eines Besseren. Erzbischof Ludwig Schick, Bürgermeister Christian Lange (CSU) und Professor Gerhard Seitz (Sozialstiftung Bamberg) werden die Schau am Mittwoch, 26. Juli, um 17.30 Uhr im Foyer des Klinikums am Bruderwald eröffnen.


Tradition und Moderne

Die qualitätsvollen Bilder erzählen von Tradition und Moderne, vom Streben nach dem richtigen Weg zwischen Identität und Anpassung, von der Suche nach eigenen künstlerischen Ausdrucksweisen. Die Künstler bringen Themen wie Migration und Emanzipation, Recycling und Menschenrechte, Frauen und Ahnen, Träume und Sehnsüchte im Zwiespalt des Senegal auf die Leinwand. Sie vermitteln auch eine Botschaft: Wie die Menschen in Westafrika leben, wie sie Stammestraditionen und moderne Welt miteinander verbinden, welche Bedeutung Religion für sie spielt.
Die "Farben des Senegal" können dazu beitragen, so manches Klischee über ein vermeintliches Entwicklungsland zu überwinden. Schon in die Verfassung von 1960 ließ der charismatische Staatsgründer und erste Präsident, Leopold Senghor, die Förderung von Kunst, Literatur und Künstlern verankern. Gerade die Hauptstadt Dakar ist inzwischen ein Sammelbecken für Kunstschaffende und pulsierende Kunstmetropole geworden. Doch auch in der 300 000 Einwohner zählenden Stadt Thiès findet sich ein künstlerischer Kosmos eigener Prägung.
In diesen Kosmos ist Michael Kleiner, Weltkirche-Referent im Erzbischöflichen Ordinariat Bamberg, im Laufe von drei Reisen in den Jahren 2015 bis 2017 eingetaucht. Mit Hilfe von Joseph Coly, Grafiker in der international renommierten "Manufactures séné galaises des arts décoratifs" (Manufaktur individuell gestalteter Wandteppiche in Handarbeit), nahm Kleiner den Kontakt mit Künstlern im Bistum Thiès auf. "In ihrer eindrucksvollen Verschiedenartigkeit sind sie zwar nicht repräsentativ, aber doch beispielhaft für die vielfältigen Strömungen der Gegenwartskunst im Senegal", erklärt Michael Kleiner.
Als Beitrag zum zehnjährigen Jubiläum der Partnerschaft zwischen den (Erz-)Bistümern Bamberg und Thiés sammelte er also eine Bilderauswahl ein. Sie ist bis zum 24. September im Klinikum am Bruderwald zu sehen. Die Vernissage wird mit afrikanischen Klängen gestaltet: Roberto Turyamureeba & friends sorgen für den Trommelwirbel.


Medizinische Kooperation

Übrigens: Das Klinikum ist als Ausstellungsort von senegalesischer Kunst geeignet wie kaum ein anderer. In diesem Jahr hat Sozialstiftungsvorstand Xaver Frauenknecht für eine Kooperation mit dem katholischen Krankenhaus St. Jean de Dieu in Thiès grünes Licht gegeben.