Vom 14. bis 16. August lädt die Sommeroperette Heldritt zu ihren Galakonzerten an die Waldbühne. Das Konzept für diese Konzerte, welche eine Hommage an den Komponisten Franz Lehár und die Meister der Goldenen und Silbernen Operetten-Ära sein werden, erarbeitete Claus J. Frankl. Er ist der Operette in Heldritt seit mehr als 20 Jahren verbunden und gibt Einblicke in das Programm der Galakonzerte und seine Entstehung.

Herr Frankl, wie begann Ihre Zusammenarbeit mit der ehemaligen Coburger Sommeroperette? Wie kamen Sie zur Operette ins Coburger Land?

Claus J. Frankl: Von 1988 bis 1992 war ich als Schauspieler am Landestheater Coburg engagiert. Von meinen Kollegen Klaus Lapins und Wolfgang Krautwig, beide damals als Sänger im Ensemble, erfuhr ich erstmals von der Naturbühne in Heldritt.

Reinhard Schmidt, Musikalischer Leiter der Coburger Sommeroperette und jetzt der Sommeroperette Heldritt, war damals Studienleiter am Landestheater Coburg und Dirigent der Produktion "Ein Walzertraum" von Oscar Straus. Nach meinem Engagement in Coburg verloren wir uns alle über viele Jahre aus den Augen - mein Kontakt nach Heldritt blieb aber stets Reinhard Schmidt. Ich erfuhr 2002, dass "Die lustige Witwe" geplant sei, und wurde von ihm an Klaus Lapins empfohlen, so dass ich 2003 in "Die Lustige Witwe" den Njegus spielen durfte. Dann folgte eine weitere Einladung, aber andere Verpflichtungen kamen immer dazwischen, so dass ich erst in "Gräfin Mariza" 2008 unter der Regie von Prof. Horst Zander zurückkehrte. Dann nochmals in der Rolle des Ypsheim in "Wiener Blut" und als Baptista in "Kiss Me Kate".

Die Zusammenarbeit mit der neuen Sommeroperette Heldritt kam nun durch meinen Kontakt mit dem Intendanten Harald Wurmsdobler zustande. Diese Zusammenarbeit lief für mich über Österreich und die Pramtaler Sommeroperette, bei der ich einige Jahre spielen durfte, unter anderem in "Der fidele Bauer", den wir auf der Waldbühne Heldritt 2016 zeigen konnten.

Wie ist es für Sie, nun zur neuen Sommeroperette Heldritt nach dieser Zeit zurückzukehren?

Nach vier Jahren komme ich nun erstmals mit dem neuen Organisationsteam zurück und freue mich über das Wiedersehen und die neuen Künstler und Kollegen, die für das Gelingen der Sommeroperette Heldritt verantwortlich sind. Ich liebe die Atmosphäre des Bühnenraumes, das Familiäre, das Intime, zudem die gute Akustik und nicht zuletzt die Begeisterungsfähigkeit des Publikums. Meine Erinnerungen über nunmehr fast zwanzig Jahre sind durchweg erfreulich!

Sie haben das Konzept der Galakonzerte erarbeitet. Ist dieses speziell für die Waldbühne und die Sommeroperette Heldritt entstanden?

Ja, diese Konzerte sind jetzt ganz konkret für das Heldritter Publikum als "Galaabend" konzipiert worden. Angedacht war eine Würdigung von Franz Lehár zum 150. Geburtstag. Nun heißt das Programm "Gold und Silber", dieser Walzer war der erste ganz große Erfolg von Lehár und bringt auf den Punkt, worauf es ihm ankam: Die allseits bewunderten und respektierten Meister der Goldenen Operetten-Ära (ca. 1860 - 1900) waren zur Jahrhundertwende nicht mehr am Werke. Inzwischen gab es neben dem Pariser Vorbild von Offenbach die Wiener Operette und bald auch eine Berliner Operette.

Welche Verbindung besteht zwischen Franz Lehár und der Goldenen Operetten-Ära?

Die Goldene Operetten-Ära endete mit dem Tod der Meister Franz von Suppé, Karl Millöcker und Johann Strauss Sohn ziemlich genau zur Jahrhundertwende 1899/1900. Die nächste Generation stand mit einem Lebensalter von 30 Jahren bereits in den Startlöchern, und die Beliebtheit des Genres Operette wurde an diese nächste Generation weitergegeben.

Alle Facetten der Silbernen Operetten-Ära (ca. um 1900 bis 1940) hatten einen Vorläufer aus der Goldenen Operetten-Ära und deren Komponisten. Diese Komponisten sind im Programm der Galakonzerte vertreten. Ebenso hören wir, was deren "Nachfolger" aus den klassischen Vorlagen machten, aus der Wiener-Operette mit dem Walzer, aus der Berliner-Operette mit ihren Märschen, aus der Ungarn-Operette und aus der Pariser Komödie mit dem Charme des Boulevards.

Zu Gehör kommen dadurch beliebte Melodien wie "Als flotter Geist" oder "Gehen wir ins Chambre Separée" sowie Evergreens aus der Feder von Leo Fall und eben Franz Lehár.

Er spezialisierte sich nicht auf eine "Farbe", sondern war unglaublich kreativ. Er war der Meister des Kolorits schlechthin.

Seine musikalische Genialität fasziniert mich, ich liebe Lehár, auch die eher selten gespielten Operetten von ihm. Deshalb war es mir ein Anliegen, neben "Die lustige Witwe" und "Graf von Luxemburg" eben auch selten gehörte Titel aus "Eva" oder aus "Wo die Lerche singt" zu bringen, um den Bogen zu schlagen.

Worauf können sich die Besucher freuen? Der Abend wird ja nicht nur aus Gesang bestehen.

Mich begeistern heutzutage vor allem die Zusammenhänge - wer mich aus zahlreichen Moderationen kennt, weiß, dass ich nicht nur interessante Details zu Lehár oder dem Genre Operette beisteuern werde, sondern auch viele unterhaltsame Pointen und amüsante Anekdoten vorbereite - und nicht zuletzt: Ohne mein Idol Heinz Erhardt geht es natürlich nicht. Da, wo es thematisch passt, gibt es ab und zu einen gereimten Knaller - zumal sich Lehár und Heinz Erhardt theoretisch in Berlin in den Dreißiger Jahren hätten kennenlernen können!