Es hat sie schon einmal gegeben, eine Buslinie mit dem Namen "Der Coburger". Aber das ist ein bisschen her. Wann genau? "Ach, das weiß ich nicht so genau, da war ich ja noch in der Schule..."

Das sagt Heinz Geis. Heute 60 Jahre alt und Betriebsleiter der OVB (Omnibusverkehrsgesellschaft Bischofsheim). Sie betreibt die neue Buslinie, die seit dem 1. Mai auf der Straße ist - und wieder "Der Coburger" heißt. Die ursprüngliche Linie fuhr von den 50er bis in die 80er Jahre zwischen Coburg und Fulda. Die neue Linie verbindet die Vestestadt nun mit dem hessischen Gersfeld über Bad Neustadt, Saal, Bad Königshofen, Ermershausen, Maroldsweisach und Schloss Tambach.

Weniger als zwei Stunden braucht der Bus für die knapp hundert Kilometer strecke. Und die Passagiere sind damit an den ICE-Halt in Coburg angebunden. Von Gersfeld besteht zudem ein Anschluss an den ICE-Knoten in Fulda. Los geht es in Coburg täglich um 9.15 Uhr, bis um 19.15 Uhr im Zweistundentakt. DasTicket kostet knapp neun Euro, das Angebot ist in die bestehenden Tarifsysteme eingebunden. Nächster Schritt soll sein, dass auch die Bahn die Verbindung in ihr System aufnimmt. Wer vom Coburger dann in den ICE umsteigt, soll dann nur noch ein Ticket benötigen. Die Fahrzeit in Metropolregionen im Westen mit Bus und Bahn wird das Angebot im Einzelfall um mehrere Stunden verkürzen.

Technisch gesehen ist der Bus auf neuestem Stand, sagt Heinz Geis. "Das ist das modernste, was im Überlandverkehr im Einsatz ist." Damit der Bus am ZOB in Coburg auch präsentiert werden konnte, musste die Betreiberfirma einen nehmen, der eigentlich für Überlandverkehr in Baden-Württemberg gedacht war - zu sehen an der Polsterung der Sitze. Da sind Löwen drauf, wie sie auch im Landeswappen zu sehen sind. Die technischen Daten im Übrigen: 354 PS, "Low-Entry-Funktion" - der Bus kann also an der Einstiegsseite abgesenkt werden, eine Einstiegs-Rampe für Rollstuhlfahrer. Und: Auch Corona hat in der Konzeption eine Rolle gespielt. Der Fahrer hat einen Spuckschutz aus Plexiglas am Steuer, die Klima-Anlage ist mit Aktiv-Filter ausgestattet.

In der Sprache des Landesverkehrsministeriums ist der "Coburger" übrigens die erste "landesbedeutsame Busline Bayerns". Für die Bewohner der Region werde "eine attraktive Alternative zum Auto geschaffen", sagte Staatrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) im Vorfeld. Der Freistaat unterstütze das Projekt auch finanziell, durch die "anteilige Übernahme von entstehenden Betriebskostendefiziten". Im ersten Betriebsjahr mit bis zu 65 Prozent, in Räumen mit "besonderem Handlungsbedarf" wie Rhön-Grabfeld und Haßberge mit bis zu 70 Prozent, teilte das Ministerium mit. "Der Coburger" ist eine von sieben landesbedeutsamen Linien, die bayernweit entstehen sollen. red