Eine positive Bilanz zog Gerwin Eidloth, Vorsitzender des 75 Mitglieder starken Fördervereins Bergbaugeschichte Stockheim-Neuhaus, bei der Hauptversammlung, die ganz im Zeichen der Rentei-Sanierung stand. So sei in den letzten Monaten aufgrund einer konstruktiven Zusammenarbeit viel erreicht worden. Unter anderem erinnerte Eidloth an das Bergmannsfest, an die dreitägige Bergweihnacht, verbunden mit einem Weihnachtsmarkt sowie an die Wallfahrt nach Vierzehnheiligen zur Erinnerung an das Unglück von 1879. Sehr erfolgreich verlaufen seien verschiedene Sonderausstellungen.

Ebenfalls berichtete Eidloth von den Aktivitäten rund um den Geopfad. Schließlich habe man auch die Instandhaltung des Steinkohlen-Geotops - er zählt zu den einhundert schönsten Bayerns - übernommen. Dieses Alleinstellungsmerkmal gebe einen Blick frei in 290 Millionen Jahre Erdgeschichte.

Weiter informierte der Vorsitzende, dass für den 18. April 2020 erneut eine Wallfahrt nach Vierzehnheiligen vorgesehen sei. Ebenfalls plane man wieder die bergmännische Weihnacht, verbunden mit einem Weihnachtsmarkt, vom 4. bis 6. Dezember im Bereich des Gasthauses "Alte Zeche". Schließlich seien auch drei Vorträge mit Filmvorführungen absolviert worden. Gut angenommen worden sei die Ausstellung "Chronologischer Zeitablauf der Bergbaugeschichte von Stockheim". Immerhin hätten 460 Besucher den Weg zum bergmännischen Magazin gefunden, das von April bis Oktober jeweils am 1. Sonntag im Monat geöffnet sei, informierte Eidloth.

Die Wahlen unter der Leitung von Zweitem Bürgermeister Siegfried Weißerth hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Gerwin Eidloth, Stellvertretender Vorsitzender Klemens Neubauer (neu), Hauptkassier Karl-Heinz Wagner, Schriftführer Joachim Beez, Revisoren Jörg Roth und Edmund Sprenger. Die Beisitzer sind Günther Scheler, Ludwig Brauer, Detlef Heublein, Berthold Schwämmlein, Jürgen Lenker und Bürgermeister Rainer Detsch.

Einer der Hauptpunkte der Hauptversammlung war die bereits eingeleitete Sanierung der bergmännischen Rentei (ehemaliges Verwaltungsgebäude) aus dem Jahre 1847 als letztes bauliches Zeugnis einer 400-jährigen Bergbauära in Stockheim-Reitsch-Neuhaus. Zuständig für die Realisierung ist die Gemeinde. Als Architekt konnte Diplom-Ingenieur Jörg Detsch aus Kronach gewonnen werden. Die staatliche Förderung liege bei 90 Prozent, informierte Zweiter Bürgermeister Siegfried Weißerth. Er dankte im Auftrag der Gemeinde dem Förderverein für seine breit gefächerten Aktivitäten, der zusammen mit Knappenverein und Bergmannskapelle die Bergbaugeschichte am Leben erhalte. Die Rentei werde in den nächsten zwei Jahren zu einer Begegnungsstätte und zu einem Kulturzentrum ausgebaut. Weißerth: "Wir liegen gut im Finanz- und Zeitplan." Schließlich sei der ehemalige Steinkohlenbergbau rund um Stockheim ein Alleinstellungsmerkmal in Bayern, betonte er.

Mit einer Broschüre aus Vierzehnheiligen überraschte Wallfahrerführer Peter Capek die Anwesenden. Darin ist ein Beitrag von Ortsheimatpfleger Gerd Fleischmann in Zusammenarbeit mit Pater Heribert Arens, Rektor der Basilika, zur bergmännischen Wallfahrt dokumentiert. Diese erfolgte aus Anlass der wunderbaren Rettung verschütteter Bergleute Ostern 1879. Der Förderverein hat sich für dieses Jahr wieder allerhand vorgenommen. Geplant sind unter anderem die Sonderausstellungen "Uran" sowie "Transportmittel", so beispielsweise Ochsenkarren, Pferdefuhrwerke, Floße, Seilbahnkonstruktionen, Eisenbahn und Lkw. Weiter intensiviert werden die Forschungsarbeiten im Bereich des Stockheimer Altbergbaus. Dazu konnte Günther Scheler vier historisch interessante Karten etwa um 1850 den Mitgliedern vorstellen. Bei der abschließenden Exkursion auf dem Geopfad "Dachsbau" stellte ein wieder entdecktes Rußkohlenflöz, etwa um 1920 abgebaut, eine besondere Überraschung dar. Als weitere Attraktion präsentierte Günther Scheler ein spezielles Fußfühlbett. gf