Wojciech Grabietz übergibt nach sieben Jahren den Dirigentenstab des Musikvereins Pretzfeld an Johannes Raum. "Ich war acht Jahre alt, als Wojciech Grabietz mein Musiklehrer wurde", erzählt der 31-jährige Raum und lacht, als er hinzufügt: "Das ist jetzt ein Generationenwechsel."

Grabietz nickt und erzählt, dass er als Leiter der Musikschule Ebermannstadt und mit seinen vielen weiteren Aufgaben sehr eingespannt ist. Deshalb will er zukünftig auf die Auftritte am Wochenende mit dem Musikverein Pretzfeld verzichten, sich aber weiterhin um die Jugendarbeit im Verein kümmern. Er freut sich, dass ein ehemaliger Schüler die Aufgabe als Dirigent übernommen hat.

Johannes Raum aus Stierberg bei Betzenstein begann seine Laufbahn mit acht Jahren als Musikschüler in Obertrubach im Marienheim. An der Musikschule in Ebermannstadt lernte er Klarinette, Saxophon und Klavier. 2008 wechselte er zur Berufsfachschule für Musik nach Sulzbach-Rosenberg, wählte den Schwerpunkt Saxophon und wurde von Johannes Neuner unterrichtet.

Ab 2010 besuchte Raum die Hochschule für Musik in Nürnberg. Hier wählte er klassisches Saxophon und ergänzte mit einem künstlerisch-pädagogischen Studiengang. Sein Professor war Günter Priesner. 2016 schloss er das Studium ab.

Seit 2011 ist Raum bereits als Lehrer an der Musikschule Ebermannstadt tätig und arbeitet seit 2012 als Dirigent in Obertrubach. "Jetzt war eine Veränderung fällig. Und weil wir uns hier alle kennen, lag der Gedanke nahe, die Nachfolge von Wojciech Grabietz zu übernehmen", fasst Johannes Raum zusammen.

Auf einer neuen Ebene

"Wojciech hat uns auf eine ganz andere Ebene gebracht. Wir haben durch ihn deutlich an Niveau zugelegt", sagt Christian Hetz, Vorsitzender des Musikvereins Pretzfeld, und erklärt, dass durch diese musikalische Weiterentwicklung die Kapelle auch außerhalb der Gemeinde Engagements bekommen habe.

"Da wir großen Wert auf professionelle pädagogische Ausbildung unserer Jugend legen, ist es ein großer Gewinn für uns, dass er uns noch bei der Jugendarbeit erhalten bleibt." Wojciech Grabietz erinnert sich gern daran, wie "musikalisch hungrig, interessiert und enthusiastisch" die Musiker waren.

"Das sind ja Laienmusiker, die mit Spaß ans Musizieren gehen. Trotzdem soll auch was dabei herauskommen. Aber ich habe gleich gemerkt, dass da Potenzial vorhanden ist", erzählt er. Deshalb freut sich Grabietz, dass an der Seite von Johannes Raum auch eine gut ausgebildete Musikerin und Dirigentin aus eigenen Reihen steht: Anna Hack, die sogar den Dirigentenschein mit staatlicher Anerkennung hat. Allerdings konzentriert sie sich im Augenblick mehr auf ihr Studium.

Der Musikverein schätzt die Zusammenarbeit mit der Musikschule Ebermannstadt. Denn auch die Bläserklasse an der Grundschule ist ein gemeinsames Projekt. "Der Verein ist gut organisiert und auch die soziale Komponente ist sehr hoch", sagt Grabietz. Sein Nachfolger freut sich auf die neue Aufgabe, denn es kommen junge Musiker in die Kapelle. "Da darf ich die Mannschaft neu formen. Außerdem müssen wir sehen, was an Auftritten möglich sein kann", meint Raum und verrät, dass er gespannt und motiviert ist: "Das wird interessant." C. Schwind