Auf dem Höhenrücken des Bausenbergs sind die Forstwege abgesperrt und im Wald brummen die Motorsägen. Wer hier einen Kahlschlag befürchtet, ist aber auf dem Holzweg. Im Gegenteil, das Ziel der zuständigen Revierleiterin Miriam Janthur ist es, dass sich hier ein vielfältiger Bestand entwickeln kann, der auch in Zukunft einen Waldspaziergang auf dem Bausenberg möglich macht.

"Wenn wir dort nichts tun, dann haben wir in absehbarer Zukunft nur noch Buchen auf der Fläche stehen", erklärt Albert Schrenker, der Leiter des Forstbetriebs Coburg der Bayerischen Staatsforsten (BaySF). Ziel der Förster ist es aber, wenigstens fünf verschiedene Baumarten in den Wäldern zu haben.

"Wenn wir viele Baumarten haben, dann ist es nicht so problematisch, wenn eine davon durch Klima oder Schädlinge ausfällt", sagt Miriam Janthur. Die trockenen Jahre seit 2018 haben den Wäldern sehr zugesetzt. Vor allem die Fichte wurde nach Wassermangel ein leichtes Opfer für den Borkenkäfer, der sich in den langen Sommern massenhaft vermehren konnte. Auch am Bausenberg mussten viele Bäume gefällt und aus dem Wald geschafft werden, wie es das Waldgesetz bei solchen Schädlingsproblemen vorschreibt.

Vielfalt auf freien Flächen

Die freien Flächen, die dabei entstanden, wurden zu einem großen Teil bereits mit verschiedenen Baumarten bepflanzt, die als klimatolerant gelten. Neben der Eiche setzen die Forstleute auf Elsbeere, Speierling, Bergahorn oder die Roteiche. Und auch Arten wie die Wildkirsche oder die Esskastanie bereichern die Vielfalt. "An dieser Auswahl kann man auch erkennen, dass es uns nicht darum geht, mit aller Gewalt den größtmöglichen Gewinn aus den Wäldern zu holen", betont Albert Schrenker. Der Forstbetrieb umfasst einige Tausend Hektar Wald. Je nach Standort und vorhandenem Bewuchs muss individuell geplant werden, wie jede Fläche weiter entwickelt werden soll.

Dabei geht es dem Betriebsleiter darum, nicht mehr nur auf die Schadereignisse zu reagieren, sondern vorausschauend Wälder zu schaffen, die stabiler aufgestellt sind für alles, was in Zukunft auf sie zukommt. "Es wäre eine ganz schlechte Investition in die Zukunft, den Schadereignissen nur hinterherzulaufen und die weitere Entwicklung aus den Augen zu verlieren", sagt Albert Schrenker. Noch ist Zeit, auch im Bausenberg. Miriam Janthur erklärt, was sie dort vorhat. Zunächst werden Bäume, die vom Borkenkäfer oder anderen Schädlingen befallen sind, entfernt. Sie können noch einer Nutzung zugeführt werden. Das Holz ist voll verwertbar. Dann beginnt der aktive Waldumbau.

Miriam Janthur zeigt einen Baum, der durch eine rote Markierung gekennzeichnet ist. Er wird gefällt. "Es werden gezielt Bäume herausgenommen. Dadurch werden andere Bäume klimatoleranter Arten gefördert", erklärt sie. Die sollen dann möglichst eine große Krone ausbilden und als Samenbäume auf natürliche Weise zur Entwicklung des Waldes beitragen. Bis es so weit ist, dass über die Samenbäume der Wald in der Lage ist, seine eigene vielfältige Kinderstube aufzubauen, muss ihm geholfen, muss er gepflegt werden. Das ist, was gerade in dem Waldabschnitt hinter dem Coburger Tierheim passiert.

Andere Bäume sind mit weißen Wellenlinien markiert. Sie bleiben stehen, weil sie als sogenannte Biotopbäume besonderen Wert für die Pflanzengemeinschaft und die Tierwelt haben.

Mit den Jahren wird immer wieder zu prüfen sein, wie die Entwicklung unterstützt werden kann - etwa durch Einfluss auf die Lichtsituation am Waldboden, die sich jede Baumart anders wünscht.

An anderer Stelle im Bausenberg werden größere Areale in Zukunft nicht mehr genutzt. Dort darf die natürliche Entwicklung ihren Lauf nehmen. Ein Experiment, denn: "Was da passiert, werden die Jahre zeigen. Änderung der Baumartenzusammensetzung, einseitige Verjüngung, Verbuschung? - Wir wissen es nicht, werden es aber beobachten", sagt Albert Schrenker. Viele Ergebnisse werden aber erst spätere Förstergenerationen nutzen können. Waldumbau ist keine schnelle Sache.