Eckehard Kiesewetter A sylarbeit (vor allem im Jugendbereich) ist in Ebern ein "Erfolgsmodell", befand Philipp Arnold, der Jugendreferent des Stadtrates, und würdigte die Zusammenarbeit mit der Caritas und dem Landratsamt. B orkenkäfer bohrten sich tief in den Referentenbericht von Werner Riegel, dem zufolge in städtischen wie im privaten Wäldern ganze Fichtenbestände gefällt werden mussten. Die Arbeit von Generationen habe der Käfer vernichtet. Die Fichtenpreise seien um mehr als die Hälfte abgesackt, weshalb man froh sein könne, das Holz noch an den Mann gebracht zu haben. C oburger Straße hieß einer der Schwerpunkte im Bericht des Verkehrsreferenten. Harald Pascher forderte, den Plan für den Bau einer nördlichen Zufahrt zum Baugebiet Mannlehen nicht aus den Augen zu verlieren. Zudem warb er einmal mehr für seine Idee eines zentralen Busbahnhofs im Bereich der Coburger Straße. "Gut Ding will Weile haben", sagte er. D ankesworte gehören dazu bei den Jahresberichten der Referenten. Sie galten auch diesmal wieder dem Engagement der Bürger wie auch den Behördenvertretern und zeigen, wie sehr das Gemeinwesen vom gedeihlichen Miteinander lebt. E hrenamtlich haben sich viele Eberner eingesetzt. Allein die Freiwilligen der Feuerwehr leisteten laut Fachreferent Dieter Gerstenkorn mehr als 4000 Stunden. Der Nachwuchsbedarf sei dringend, weshalb man die Gründung einer Kindergruppe ins Auge gefasst habe.

F air geht vor! Ebern ist als "faire Stadt" anerkannt worden. Thomas Limpert, Referent für Umwelt und Nachhaltigkeit, informierte den Stadtrat "quasi druckfrisch", wie er sagte, über die Nachricht: Ebern wird Fair-Trade-Stadt. Die Bedingungen für diese Auszeichnung seien erfüllt. In einer Auszeichnungsfeier im Frühjahr soll die Urkunde durch Fair Trade Deutschland überreicht werden. Ebern ist damit eine von 560 Kommunen in Deutschland mit diesem Titel; beispielsweise auch Baunach und Eltmann gehören dazu. G egner und Befürworter hat der Biber, der den Angaben zufolge inzwischen mit insgesamt 50 Tieren 14 Reviere im Stadtgebiet erobert hat. Neben der Baunach und den Nebengewässern hat sich der Nager nun auch im "Pi-Weiher" am ehemaligen Standortübungsplatz niedergelassen. Forstreferent Werner Riegel prangerte die zunehmenden Schäden an und meinte: "Die Anlieger in Dörfern und Grundstückseigentümer im Flur werden im Stich gelassen von den Behörden", fast im ganzen Stadtgebiet sei nichts Positives zu hören. Thomas Limpert dagegen fand, trotz kleiner Konflikte bringe der Biber überwiegend Nutzen. So würden durch die Biberdämme große Wassermengen zurückgehalten, die langsam versickern, was dem ohnehin niedrigen Grundwasserspiegel guttue. H orte bieten in Ebern laut Auskunft der Kindergartenreferentin Marion Müller aktuell 205 Kindergarten- und 55 Krippenplätze. Allen Interessenten habe man Betreuungsplätze für ihre Kinder anbieten können. Wie sie ausführte, waren oder sind alle Einrichtungen von Aus-, Um- oder Neubauten betroffen. Mit der neuen Kita, die auf dem Grundstück der ehemaligen Berufsschule entsteht, greife die Stadt ein Großprojekt an. Eine Ausschreibung für die Betriebsträgerschaft finde derzeit statt. Die voraussichtliche Fertigstellung ist für Herbst 2020 angesetzt. Interessenten können sich bis 10. Januar 2019 bewerben. I nklusion wird nicht nur im neuen Kindergartenbau großgeschrieben. Sie ist auch wichtiges Anliegen der Lebenshilfe in der Stadt. Laut Isabel Zimmer will sich der Verein, der trotz der Auflösung von schulvorbereitender Einrichtung, Schule und heilpädagogischer Tagesstätte Ebern fortbesteht, im Bereich Wohnangebot für Menschen mit Behinderung engagieren. Kleine Wohneinheiten sollen entstehen, die eigenständiges Wohnen möglich machen. J ubiläen und Feste gab es zu feiern, etwa das 400-Jährige der Marienkapelle, die fast wie früher zum Wallfahrtsort wurde. "Am schönsten im vergangenen Jahr" waren, so die Überzeugung des Vereinsbeauftragten Rainer Kaffer, "sicherlich das zehnjährige Jubiläum der Fleisch- und Wurstfreunde Heubach-Ebern samt Festzug, die unterschiedlichen Oldtimertreffen, die Konzerte der Blaskapellen und Musikvereine und die regelmäßigen Aktionen der Turner des TV". K letterfelsen sollen die Boulderer anlocken und damit neben den Wanderern und Radlern laut Fremdenverkehrsreferent Bernd Ebert eine weitere Zielgruppe erschließen. Ein Angebot, das in Zusammenarbeit mit dem Haßberge-Tourismus entstehe und Altenstein, Rabelsdorf, Lichtenstein und Buch einschließen soll. Auch der Hohle Stein, der Steinert oder die Ruine Raueneck im Bereich Ebern wären laut Ebert dafür interessant. Vorteil sei, dass keine baulichen Veränderungen nötig wären. Das Angebot bezeichnet er als naturbewusst und für junge Leute und Familien attraktiv. L angzeiturlauber sind in Ebern selten, die Besucher in Hotels und Pensionen bleiben im Schnitt 4,7, die Wohnmobilisten gar nur 2,3 Tage. Allgemein konnte Bernd Ebert einen Zuwachs bei den Übernachtungen vermelden. M use hat den jungen Dichter Friedrich Rückert einst in Ebern geküsst und dies will di e Stadt verstärkt nutzen. Dafür soll die "Straße der deutschen Sprache" sorgen, eine Ferienstraße, der Ebern neuerdings als eine von fünf nordbayerischen Städten angehört. Sie wendet sich an Feriengäste mit literarischem Interesse. Neu ist auch das Projekt Rundgang durch den Anlagenring, den man durch einen Poetengarten und Reminiszenzen an Rückert aufwerten will. Weiter sollen Eberner Persönlichkeiten auf Tafeln im Anlagenring vorgestellt werden. N achhaltigkeit mahnte Thomas Limpert an, da zuletzt eine Vielzahl von Arbeits- und Steuerkreisen aus der Taufe gehoben wurde: Baunach-Allianz, Bürgernetzgemeinde, Energiecoaching plus, Aktion "Blühender Landkreis", Marktplatz der Artenvielfalt, "Ebern summt", Fair-Trade-Stadt sowie die Initiative "Nachhaltigkeit first". Der Umwelt-Referent: "Wir sollten dabei jedoch achtgeben, dass wir nicht zu vieles beginnen, irgendwann die Übersicht verlieren, und dann einiges im Sand verläuft". Als Beispiel nannte er den Agenda 21-Arbeitskreis. O rdnung muss sein, auch bei der Parkerei in der Innenstadt. Vom Januar bis September musste der Parküberwachungsdienst laut Harald Pascher 623 Verwarnungen (im Vergleichszeitraum 2017 waren es 1081) aussprechen. Fazit des Verkehrsreferenten: "Die Parkmoral hat sich seit der Einführung der Überwachung stark verbessert", mit der Folge, dass die Überwachung, die zuletzt auf sechs Stunden angehoben worden war, wieder auf vier Wochenstunden reduziert wird. P rävention ist für Jugendreferent Philipp Arnold entscheidend, wenn es darum geht, Ebern vor höherer Jugendkriminalität und Vandalismus in größerem Ausmaß zu bewahren. Um Heranwachsenden kompetente Ansprechpartner zu bieten, beteilige sich die Stadt an den Personalkosten im "Oben-drin", dem Jugendtreff der Arbeiterwohlfahrt. Nachdem es dort zeitweise Probleme gab, sei nun ein neuer Leiter im Amt. Q ui c'est, Wilhelm Baumann? - wer soll das sein?, haben die Menschen im französischen Trun noch vor wenigen Jahren gefragt. Heute wissen sie, dass der spätere Landarzt aus Ebern ein Kriegsheld war, dem der Ort in der Normandie ein unblutiges Kriegsende verdankt. Nun bahnt sich eine deutsch-französische Städtepartnerschaft an. Eine Delegation aus Ebern war im Jahr 2018 zu Gast in Trun, für 2019 wird der Gegenbesuch in den Haßbergen erwartet. R aumbedarf für die Feuerwehren in Jesserndorf, Unterpreppach und Ebern hat Dieter Gerstenkorn angemeldet. In beiden Dörfern müsse das Gerätehaus um- oder neu gebaut werden. Weil die Feuerwehrführung auf Kreisebene ein Konzept mit Wechsellader-Fahrzeugen befürworte, werde auch in Ebern größerer Stellplatz benötigt. Gerstenkorn plädierte für einen Zweckbau, in dem auch der Bauhof eine Werkstatt für seine neuen, höheren Fahrzeuge einrichten könne, die nicht mehr in die jetzigen Hallen passen. S cheinwerfer-, Licht- und Tontechnik müssen in der Frauengrundhalle jeweils aufwendig auf- und abgebaut werden. Deshalb hat der Kulturring als Ausrichter der Bunten Abende bei der Stadtverwaltung den Anbau eines Bühnengebäudes an die Halle beantragt. T agespflegeplätze sind in Ebern Mangelware, berichtet Isabel Zimmer, in der Einrichtung "Sonnenschein" (15 Plätze) gebe es eine Warteliste. Im Seniorenzentrum St. Elisabeth leben aktuell 63 Menschen. Die Zahl der Einwohner über 66 Jahren stieg auf fast 1600 an. U nfallgefahr macht Verkehrsreferent Pascher an der neu trassierten Strecke vom Landsbach her (die HAS51 Richtung Losbergsgereuth und Gleusdorf) aus. Dort, wie auch für die Staatsstraße 2278, vor allem zwischen der Kaserneneinfahrt und dem Abzweig zur B279, fordert er Tempolimits. Auf der Staatsstraße habe es zuletzt mehrere Unfälle mit erheblichem Schaden gegeben. V ereine leisten in Ebern "Großartiges", befand Rainer Kaffer, sei es der Kulturring, der erstmals das Ferienprogramm unter seine Fittiche nahm, oder die DLRG und die Wasserwacht, die er für ihren Einsatz in den Bädern besonders lobend erwähnte. W ald- und Wohnungsbrände blieben nicht aus. Zu 27 Brandeinsätzen wurde die Feuerwehr im zu Ende gehenden Jahr gerufen. Dazu kamen 57 "Technische Hilfeleistungen", darunter 19 Sturmschäden, 17 Verkehrsunfälle und sechs Wohnungsöffnungen wegen akuter Gefahr mit Personenrettung und, laut Dieter Gerstenkorns Statistik, 21 Sicherheitswachen. Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen in öffentlichen Gebäuden häuften sich; heuer rückte die Feuerwehr aus diesem Grund 19 Mal vergeblich aus. X - Kreuzchen, wie die Erwachsenen, durften Jugendliche bei der U-18-Wahl machen, die mehrere Schulen im Vorfeld der Landtagswahl anboten. Jugendbeauftragter Arnold empfahl, das "vorbildliche Projekt zur Einbindung der Jugendlichen ins politische Leben" auch für künftige Wahlen.

Y aks und Yetis wird es in Ebern auch in Zukunft nicht geben, doch die Artenvielfalt auf dem Standortübungsplatz ist immens. Wanderpfade auf dem Gelände gehen neuerdings mit Essigrosen-Dickfühlerweichwanze "Rosi" als Maskottchen der Natur auf die Spur. Den neuen "Wildkatzenpfad Reutersbrunn" führt die "Wildkatze Eberhard" an. Zudem will der Bund Naturschutz laut Thomas Limpert ein künstliches Nest anbringen, um den Weißstorch wieder in Ebern anzusiedeln. Z ukunftsmusik steuert Harald Pascher bei, indem er den erforderlichen Neubau bzw. die Ausbesserung der Kreisstraße 51 innerorts anspricht, speziell die Kreuzung Gymnasiumstraße/Gleusdorfer Straße und Friedlandstraße, wo es häufig zu Unfällen komme. Der Zweite Bürgermeister: "Auch hier sollte man ruhig über einen letzten Kreisverkehr in Ebern zumindest nachdenken dürfen".