Die Corona-Krise belastet die Gemeinde Adelsdorf finanziell stark. Das berichtete Kämmerer Christian Bertleff dem Adelsdorfer Gemeinderat am Mittwochabend in der Aischgrundhalle.

Neben Verzögerungen bei diversen geplanten Projekten entsteht laut Bertleff aller Voraussicht nach auch ein deutlicher Einnahmeverlust durch die Pandemie. Auch würde die Verschuldung steigen, zudem würden Einsparmaßnahmen diskutiert. Ulrich Günther (CSU) erklärte: "Der kulturellen Nutzung des Schlosses hat Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht."

Im Basis-Szenario rechnet Bertleff mit Ausfallquoten bei der Gewerbesteuer von 25 Prozent. Die Einnahmen der Einkommenssteuer und Umsatzsteuer sinken um je zehn Prozent. Im schlimmsten Fall könnten sich die Ausfallquoten sogar verdoppeln. Bei aller Hoffnung "darf man sich nicht in die eigene Tasche lügen. Am Ende des Tages könnte es zum Worst-Case kommen", sagte Bertleff. Dennoch bleibe die Gemeinde in jedem Fall zahlungs- und handlungsfähig. "Auch nach Corona wird es weitergehen."

Eltern sollen entlastet werden

Was die Kindergartengebühren betrifft, begrüßt Bürgermeister Karsten Fischkal die Entscheidung der Regierung, die Elternbeiträge für April, Mai und Juni zu übernehmen. Um die Eltern zu entlasten, hebt die Gemeinde die Gebühren für die Logo-Zusatzangebote der Schule in Höhe von 1688 Euro für den April auf.

Das gilt auch für Kita-Gebühren, die für die Notbetreuung im April fällig werden. Davon betroffen sind seit dieser Woche 32 Kinder, deren Eltern in systemrelevanten Berufen tätig sind. Die Kirche schließt sich an und erlässt die Gebühren der zwölf Kinder ihrer Notbetreuung.

Aufgrund der geplanten Vergrößerung des Aldi-Logistikzentrum werden 89 weitere Stellplätze erforderlich. Dieser Vorgabe kommt die Fa. Aldi nicht nur nach, sondern plant vor dem Verwaltungsgebäude auf einer Fläche von 5017 Quadratmeter sogar 140 zusätzliche Parkplätze. Dadurch sind Anschluss an diese Maßnahme 288 Parkplätze vorhanden.

Kneipp-Kita heiß diskutiert

Im Februar und März vergab der Gemeinderat die Architektenleistungen für die geplante Kneipp-Kita St. Theresia und das Oberdorf. Doch weil Ratsmitglied Jörg Bubel den Gemeinderat bei der Planung für das Oberdorf als nicht umfassend informiert ansieht, beantragte er die Aufhebung der Vergabe. Besonders die Kriterien, welche zur Bewertung der Büros und damit zur Vergabe führten, kritisierte Bubel.

Bei der Kita moniert Bubel, dass ein in erster Instanz geplanter Mehrzweckraum nun doch nicht entsteht. "Der Gemeinderat muss, wenn er mehrheitlich den Mehrzweckraum nicht mehr will, den Beschluss aufheben und einen neuen fassen", sagte Bubel.

Irene Fleischmann (FW) erklärt, sie hätte den Eindruck, dass Bubel gegen den Neubau eines Kindergartens sei. "Es ist an der Zeit, dass die Kita in die Gänge kommt", sagt sie. "Das ist ein starkes Stück. Die Äußerung grenzt schon an Verleumdung", wehrte sich Bubel gegen die Unterstellung. Norbert Birkner (FW) wünscht sich eine Kostenaufstellung, was ein "normaler" Kindergarten kostet und wie viel für einen Kneipp-Kindergarten fällig würde.

"Die Kirche ist der Träger. Das Büro legt uns Varianten vor, das wird sich alles erst noch ergeben", erwiderte Fischkal Zu Bubels Antrag erklärt er, dass der Fall an die Rechtsaufsicht gehe. "Wenn die Vergaben nicht recht sein sollten, werden sie aufgehoben. Ich gehe aber davon aus, dass alles in Ordnung ist."