Ausstellung im Coburger Staatsarchiv zeigt Vorgänge in Kutzenberg während des Nationalsozialismus auf
Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten wurden im Rahmen der sogenannten T4-Aktion Menschen mit körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderungen in Tötungsanstalten ermordet. Aus der Heil- und Pflegeanstalt Kutzenberg betraf dies mehr als 400 Frauen und Männer, weitere starben in Folge gezielter Unterversorgung. Den ersten zehn Opfern, die zudem jüdischer Abstammung waren, ist die Sonderausstellung „Doppelt stigmatisiert“ der Kultur- und Heimatpflege des Bezirks Oberfranken gewidmet. Sie ist im Staatsarchiv Coburg ab sofort bis zum 4. September bei freiem Eintritt zu sehen.
Eröffnung mit Dippold
Bezirksheimatpfleger Professor Günter Dippold wird im Rahmen eines Einführungsvortrags am Montag, 20. Juli um 18 Uhr im Staatsarchiv Coburg die historischen Hintergründe erläutern. „Niemand kann die Verbrechen je ungeschehen machen und diejenigen, die Schuld trugen, sind lange tot“, wird Dippold in einer Pressemitteilung des Bezirks zitiert. „Was bleibt, ist die Verantwortung, an die Opfer jenes Mordens zu erinnern und die Verantwortung für das eigene Tun.“
Coburg Opfer
Ein weiterer Vortrag von Marcus Mühlnikel beschäftigt sich am Mittwoch, 29. Juli, 18 Uhr im Staatsarchiv Coburg mit Zwangssterilisation und „ Euthanasie “. Die Rolle der Hilfsschulen in Ober- und Mittelfranken für die nationalsozialistische Rassenhygiene . Am Mittwoch, 5. August, 18 Uhr, wird die Coburgerin Gaby Schuller um 18 Uhr über ihre Recherchen zu Kutzenberger T4-Opfern aus dem Coburger Raum berichten. Sie geht dabei auch auf die Biographien einiger jüdischer Opfer wie Meta Frankenberg ein, deren Schicksal in der Ausstellung behandelt wird. Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei.