Vor etwa 30 Jahren gab es einen Architektenwettbewerb, wie das Gelände der ehemaligen Paschendaele Kaserne, das sich im Besitz der Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises Coburg befindet, auf dem Gemeindegebiet Dörfles-Esbach städtebaulich entwickelt werden kann. Ein Teil wurde umgesetzt, ein Großteil aufgrund fehlenden Bedarfs an Wohnraum auf Eis gelegt.

Als das Thema wieder aufgegriffen wurde, mussten die Verantwortlichen feststellen, dass sich die Pläne von damals aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr realisieren lassen. Jetzt ist offensichtlich Licht am Ende des Tunnels in Sicht. Die WBG beauftragte die Planungsgruppe Strunz in Bamberg, einen städtebaulichen Rahmenplan zu entwickeln. Diesen stellte Geschäftsführer Frank Schönfelder nun in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates dem Gremium vor.

Auf dem etwa 3,8 Hektar großen Planungsgebiet sollen ca. 150 Wohnungen entstehen. Kernpunkt der Planungen ist, dass dort neben staatlich gefördertem auch freier Wohnungsbau umgesetzt werden soll. Für den sozialen Bereich gilt die „einkommensorientierte Förderung “ (EOF). Nach Worten von Frank Schönfelder eröffnet dies auch Mietern mit einem Jahreseinkommen zwischen 60.000 und 70.000 Euro Zugang zu gefördertem Wohnraum .

Keine Keller, dafür Fahrradboxen

Grundsätzlich zeigte sich der Gemeinderat mit dem Entwurf äußerst zufrieden. Sorgen hatte man allerdings mit der zu erwarteten Parksituation. Neben den wohnungsbezogenen Stellplätzen sieht die Planung zwar noch 130 freie Stellplätze vor. Angelika Frank (CSU) befürchtet, dass diese Parkflächen durch die Mitarbeiter des zukünftig angrenzenden Klinikums genutzt werden. Sie schlug vor, über ein Parkhaus nachzudenken, um hier Dauerparkplätze zu vermieten.

Nachdem die geplanten Häuser ohne Keller auskommen müssen, sind Fahrradboxen vorgesehen. Sascha Schmidt (CSU) verwies darauf, dass die geplante Anzahl seiner Ansicht nach zu niedrig sei. Eine Tiefgarage sieht Frank Schönfelder als zu kostspielig an. „Wir müssen pro Stellplatz mit 30.000 Euro rechnen“, erklärte er. Zweiter Bürgermeister Stephan Valtin (UBV) bat den Planer Maßnahmen zu ergreifen, damit die Paschendaelestraße nicht zur „Rennstrecke“ wird. Am Ende beschloss der Gemeinderat einstimmig, der Entwurfsplanung zuzustimmen. Damit fiel der Startschuss zur Erstellung eines Bebauungsplanes. „Das Verfahren bis hin zu einer rechtsverbindlichen Satzung wird ein Jahr dauern“, hielt der Schönfelder abschließend fest.

Unabhängig von der städtebaulichen Entwicklung soll an der Paschendaelestraße eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für Senioren entstehen. Der entsprechende Bauantrag wurde einstimmig genehmigt.