"Wer kann sich das schon leisten, mit so einem tollen Kirchenchor und so einem tollen Posaunenchor in einer gut gefüllten Kirche ein Benefizkonzert für die Siebenbürger in Rumänien zu veranstalten und die Gäste anschließend auch noch mit rumänischem Essen und allerhand Getränken in der Kirche zu bewirten?" Ein aufgeräumter und heiterer Pfarrer Fritz Schäfer begrüßte mit diesen Worten die Gäste des Benefizkonzerts am Sonntagnachmittag in der Christuskirche.

Für ihn selbst und das Programm gäbe es allerdings einen Wermutstropfen: Dem Auftritt des Gesangsduos Schäfer/Wissner mache die zurzeit grassierende Erkältungswelle einen Strich durch die Rechnung. Umso mehr freue er sich, dass die treue Seele der Rumänienverbindung, Ursula Juga Pinticon aus Hermannstadt, unter den Gästen weile. In ihrem kurzen Grußwort teilte sie mit, dass sie in Siebenbürgen für weitere zwei Jahre als Vorsitzende des dortigen Diakonie-Vereins wiedergewählt wurde. Dies sei ihr besonders wichtig, da im nächsten Jahr das 30. Jubiläum der Zusammenarbeit beider evangelischer Kirchen festlich begangen werde. Sie dankte für die nunmehr 29-jährige, wertvolle Unterstützung der Diakonie-Arbeit in Siebenbürgen. Die Armut sei dort weiterhin sehr groß. Gäbe es einmal geringfügige finanzielle Verbesserungen, gingen diese sofort bei Preiserhöhungen wieder drauf. Die Lage der alten Leute dort sei nach wie vor katastrophal.

Begleitung mit der Querflöte

Kirchen- und Posaunenchor gestalteten ein abwechslungsreiches Musikprogramm in hoher musikalischer Qualität. Vom Posaunenchor waren Bach, Beethoven, Händel, Scheidemann und Grössler in sauberer Interpretation zu hören. Anlässlich des 200. Todestags von Ludwig van Beethoven intonierte der Posaunenchor eine Bearbeitung der "Ode an die Freude".

Der Kirchenchor übernahm den musikalischen Staffelstab mit Liedern wie "Glauben ist gemeinsam feiern", den Traditionals "Amen, Amen", "Oh when the sains" und "Taste and see". Ehrliche Bekenntnisse waren die Lieder "Wo Menschen sich vergessen" und "Geh in Gottes Frieden". Lena Kaiser begleitete auf ihrer Querflöte den Chor bei seinem "Ein Lied soll neu erklingen" und schuf damit einen Höhepunkt des Programms.

Die Lieder "Möge die Straße uns zusammenführen" und das "Siebenbürgenlied" wurde gemeinsam mit den Konzertgästen gesungen und brachte die Benefiz-Idee der Veranstaltung nachhaltig zum Ausdruck: "Sei gegrüßt in deiner Schönheit - und um alle deine Söhne schließe sich der Eintracht Band!"

Dieses Konzert war auch der letzte Auftritt für eines der ältesten Chormitglieder, den Chormitbegründer Martin Hack. Der 80-Jährige verlässt Höchstadt und geht in ein Seniorenstift nach Freiburg. Der Abschied vom Chor fiel ihm sehr schwer. So galt das gemeinsam gesungene "Shalom Aleichem (Friede sei mit Euch)" auch allen Friedenswilligen in der Christuskirche und rundum auf der Welt.