Wo auch immer man im Markt Burkardroth ist, fällt eines auf: Überall wird gebaut. Viele der Projekte sind allerdings nicht privater, sondern kommunaler Natur. So ist der Stand auf den Baustellen der Kommune am Fuß der Schwarzen Berge.

Neu ist für viele Burkardrother und Pendler, die aus der Rhön gen Bad Kissingen müssen, die Baustelle an der St2290. Bei der Straße handelt es sich um ein Nadelöhr. Rund 3500 Fahrzeuge sind dort täglich unterwegs. Seit Mitte August wird die Straße saniert und verbreitert. Die Kosten belaufen sich auf 2,2 Millionen Euro. Träger ist der Freistaat. "Mittlerweile ist die Fahrbahn komplett abgefräst und erste Erdarbeiten sind gemacht", sagt Marco Beiersdörfer aus der technischen Bauabteilung der Kommune.

Die Umleitung läuft über eine schmale Straße zwischen Stangenroth und Gefäll. Der Umweg sorgt bei Pendlern wohl nicht für großen Unmut. "Wir haben mehr Beschwerden erwartet", sagt er. Kritik habe es lediglich an der Ampelregelung gegeben. Im Bereich der Stangenrother Kirche wird der Verkehr mit Ampeln geregelt. Das ist notwendig: "Wenn von oben ein Bus und von unten ein Lkw kommt, wird es sonst zu eng." Die Kommune hat dennoch angeregt, die Ampeln etwas zu versetzen, so dass Autofahrer rechtzeitig sehen, ob die Ampel auf Rot ist. Dadurch ließe sich die Ampel über eine Seitenstraße umfahren. Fertig sein soll die neue Straße im November. Das Regenrückhaltebecken bei der Fertighaus Firma Wolf-Haus soll allerdings erst im kommenden Jahr entstehen.

XXL-Hort kommt

Ein anderes Großprojekt befindet sich jenseits der B286 in Lauter: der neue Hort. 100 Kinder sollen dort Platz finden. Geplant waren eigentlich 60 Plätze. Weil die Kommune jedoch mit einer höheren Nachfrage rechnete, stockte sie kurzerhand auf. Nun finden dort vier Gruppen a 25 Kinder Platz. Die Kosten für das Großprojekt liegen bei 3,2 Millionen Euro. Allerdings erhält die Kommune insgesamt 1,7 Millionen Euro an Zuschüssen. Auf den Markt Burkardroth entfallen somit nur noch 1,5 Millionen Euro. Und: Der Hort wird billiger als erwartet, teilt die Bauabteilung mit: Ursprünglich waren 3,5 Millionen Euro veranschlagt. Aus dem Plan, zum Schuljahr 22/23 zu öffnen, wurde dagegen nichts. Ursache dafür waren Verzögerungen bei den Bauarbeiten. "Wir peilen derzeit Februar 23 an - zum Schulhalbjahr", sagt Marco Beiersdörfer. "Die Rohinstallation ist fertig, innen ist schon verputzt, derzeit wird die Fußbodenheizung verlegt und ab 19. September kommt dann der Estrich rein."

Im Zeitplan ist die Kommune beim Feuerwehrhaus in Oehrberg. "Der Rohbau steht, die Dacharbeiten haben begonnen." Der Preis für das neue Domizil der Wehr: 1,2 Millionen Euro. "Demnächst geht es an den Außenputz. Wenn alles nach Plan läuft, sind wir im Januar mit dem Bau fertig", sagt Marco Beiersdörfer. Die große Außenanlage soll dann im Frühjahr begonnen werden.

Kanal fast fertiggestellt

Voran geht es auch bei den Kanalarbeiten in Wollbach. Die Brunnengasse ist mittlerweile fertig. Dort fehlt nur noch die Feinschicht auf der Straße. "Wir hatten im Bereich der Brunnengasse und Bergstraße bei Starkregen regelmäßig Probleme durch den Rückstau des Wassers", teilt Daniel Wehner (CSU), das Burkardrother Ortsoberhaupt, mit. Das soll durch einige Tricks in Zukunft nicht mehr der Fall sein. Der erste Baustein im Konzept ist das Regenrückhaltebecken im Neubaugebiet oberhalb der Baustelle. Und: Es kommt ein Regenüberlauf unter die Straße.

Dabei handelt es sich um ein Bauwerk aus Beton, mit dem die Kommune starken Niederschlägen die Stirn bieten möchte. Der Überlauf ist in zwei Bereiche gegliedert. Im Überlauf selbst laufen keine Rohre. Links läuft das Regenwasser in einer Betonsohle. Regnet es stark, schwappt das Regenwasser über ein Mäuerchen im Bauwerk und fällt in die rechte Kammer. Von der dortigen Betonsohle trifft es auf das Rohr, welches das Regenwasser dann in die Wollbach ableitet. Das Bauwerk ist mittlerweile unter der Erde.

Zeitplan genau im Blick

"Es sind noch etwa 100 Meter Kanal zu legen, von der Brücke aus müssen wir noch Wasser und Gas verlegen und dann kommen die Straßeneinfassungen und abschließend dann der Asphalt in der ganzen Baustelle", sagt Christian Metz aus der Bauabteilung der Kommune. "Mein Wunsch wäre es, im November fertig zu sein", sagt er. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht - bislang habe es keine größeren Überraschungen gegeben.

Frohe Kunde kann das Rathaus auch zu den Baugebieten in Katzenbach und Waldfenster vermelden. "Katzenbach ist fertig, in einigen Tagen werden wir das Baugebiet feierlich eröffnen", sagt Marco Beiersdörfer.

"In Waldfenster warten wir derzeit auf die Asphalt-Deckschicht." Insgesamt entstehen in beiden Gebieten über 20 neue Bauplätze. Geplant ist für Waldfenster, Ende September fertig zu sein. Marco Beiersdörfer meint: "Das klappt wie vereinbart. Wir sind dort in den letzten Zügen."