Weil die Entscheidung zur Eigenjagd Diskussionen über die Ausgaben ausgelöst hatte, stellte der Bürgerblock den Antrag, die bisher angefallenen Kosten für Hochsitze und Kühlhalle aufzulisten. Dem ging die Verwaltung in der jüngsten Gemeinderatssitzung nach. Bisher sind für das Kühlhaus 6100 und für die Hochsitze 3400 Euro angefallen. Dazu kommen 3100 Euro für noch nicht verbaute Steine für das Kühlhaus und 295 Arbeitsstunden der Bauhofmitarbeiter. Dabei handelt es sich um einen Zwischenstand.

Die 3400 Euro für die Hochsitze enthalten zum einen die reinen, bisher angefallenen Materialkosten von 2300 Euro, zum andern die Ausgaben für Baggern, Schottern und Betonfundamente von 1200 Euro. Die Standorte der Hochsitze, die der Bürgerblock wissen wollte, waren nicht angegeben.

Außerdem erfragte der Antrag die Kosten für Baggerarbeiten und Rodungen für ein freies Schussfeld. Dafür sei bisher nichts ausgegeben worden, sagt Fabian Röder aus der Finanzverwaltung. Geforderte Kostenangaben fürs Mulchen waren auch nicht aufgelistet: "Da sind gesondert für die Einrichtung der Jagdhütte keine Kosten angefallen, weil Mulcharbeiten auch regelmäßig für die Instandsetzung von Waldwegen durchgeführt werden", so Röder.

Klaus Beck (Bürgerblock) entgegnete, diese Ausgaben sollten wohl in die Rechnung miteinfließen. Er bezog sich auf eine Waldbegehung, in der erklärt wurde: Für die Reaktivierung alter Rückergassen habe die Gemeinde extra Bäume gefällt, Baumstümpfe mit dem Bagger entfernt und Wege gemulcht. Diese Gassen seien auch für eine freie Schussbahn der Jäger wichtig und zählten daher mit in die Rechnung. Fabian Röder erwiderte, dass diese Arbeiten sowieso schon länger angefallen seinen.

295 Arbeitsstunden

Die bisher für das Kühlhaus angefallenen 6100 Euro setzen sich zusammen aus: 3600 Euro für das Fundament und 2500 Euro für die Erschließung, also Rohre und Rinnen. Steine, die zwar für die Kühlhalle neu gekauft aber noch nicht verbaut wurden - und damit auch anderweitig Verwendung finden könnten - kosteten zusätzlich 3100 Euro.

Zudem forderte der Bürgerblock eine "Aufstellung der Arbeitsstunden der Forst- und Bauhofmitarbeiter und aller weiteren gemeindlichen Bediensteten für sämtliche Arbeiten", die mit der Jagd zu tun haben. Insgesamt haben sieben Mitarbeiter 295 Stunden für die Jagdeinrichtung geleistet. Hier ist auch ein Forstmitarbeiter miteingerechnet.

Weil die Mitglieder des Bürgerblocks eine Umrechnung in Geld hören wollten, sagte Röder: "Weil die Eigenjagd keine kostenrechnende Einrichtung ist, führen wir hier keine Personalkosten auf. Das sieht die Kameralistik nicht vor." Christian Höfler (Bürgerblock) gab zu bedenken, dass der Haushaltsposten für die Eigenjagd bei 6000 Euro liegt und daher die Personalkosten miteingerechnet werden sollten. Das gibt das Haushaltsrecht jedoch nicht her.

Edgar Thomas (CSU) betonte, dass der Gemeinderat, sich für die Eigenbewirtschaftung des Waldes entschieden hatte. "Da war klar, dass das auch was kosten wird." Dem stimmte Beck zu. Es sei jedoch auch ein sensibles Thema, das die Leute interessierte. Die Mitglieder des Bürgerblock äußerten sich, sie fänden die Anfrage unbefriedigend beantwortet.